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7 Redewendungen von der mittelalterlichen Tafel

Deutsche Redewendungen aus dem Mittelalter

Sehr viele deutsche Redearten gehen auf das Mittelalter zurück, so z. B.:

 

Dahin  gehen, wo der Pfeffer wächst

Verschwinden, in unerreichbare Ferne abhauen

Wenn wir zu jemandem sagen, er solle hingehen, wo der Pfeffer wachse, ist damit gemeint, dass er verschwinden und nicht wiederkommen soll.

Belegt ist diese Redewendung zum ersten Mal 1512 in der Narrenbeschwörung von Thomas Murner.

Im Mittelalter würzten die einfachen Leute ihre Speisen mit einheimischen Gewürzpflanzen. Pfeffer wurde aus Indien importiert und war aufgrund seines langen Transportweges für die meisten Menschen zu teuer. Er wurde daher als Zahlungsmittel benutzt, wobei sein Wert zeitweise sogar den von Gold überstieg.

Woher der Pfeffer genau kam, wussten viele Menschen im Mittelalter wohl nicht, bekannt war aber, dass er von sehr weit herkam.

 

Ein gepfefferter Preis

Sehr teuer

Aufgrund des im Mittelalter sehr hohen Preises von Pfeffer kam es auch zur Redewendung ein gepfefferter Preis, die auch heute noch verwendet wird, um sich über nicht gerade günstige Produkte zu beklagen.

 

Seinen Senf dazugeben

Sich verbal in etwas einmischen, einen Kommentar abgeben

Da Pfeffer so teuer war, würzten die einfachen Leute ihre Speisen im Mittelalter u. a. mit Senf. Senfbrühe wurde von manchen über so ziemlich jede Mahlzeit gegeben. Manche Quellen datieren diese Redewendung allerdings erst auf das 17. Jahrhundert.

 

Süßholz raspeln

Komplimente machen, sich mit Worten einschmeicheln

Auch Zucker galt im Mittelalter als Luxus, leisten konnten ihn sich nur die Reichen. Alle anderen süßten ihre Speisen mit Honig. Wollte man eine Frau umwerben, schenkte man ihr Süßholz und raspelte es für sie.

 

Aufschneiden

Angeben, prahlen

Woher diese Redewendung kommt, ist nicht ganz geklärt. Sie lautete ursprünglich mit einem großen Messer aufschneiden. Bei Hof gab es viele verschiedene Ämter, wobei nur zuverlässige Dienstboten Fleisch schneiden durften, da sie hierzu mit einem sehr scharfen Messer hantieren mussten. Eine These ist daher, dass der ein oder andere Dienstbote, der mit dieser Aufgabe betraut war, damit vor anderen angegeben hat. Eine andere mögliche Erklärung ist, dass manche mit einem großen Messer hantierten, obwohl ihnen nur wenig Essen zur Verfügung stand.

 

Den Löffel abgeben

Sterben

Im Mittelalter aß man hauptsächlich mit den Fingern. Außerdem verwendete man Messer und Löffel. Gabeln waren dagegen verpönt, weil sie an den Teufel erinnerten. Innerhalb einer Familie hatte jeder seinen eigenen Löffel, den er bis zu seinem Tod behielt. Starb er, wurde der Löffel an einen Jüngeren weitergegeben.

 

Jemandem nicht das Wasser reichen können

Nicht mithalten können, nicht konkurrenzfähig sein

Da man im Mittelalter viel mit den Fingern aß, wurde einem am Ende des Mahls zum Waschen der Hände eine Schüssel mit Wasser gereicht. Bisweilen passierte Dienstboten dabei das ein oder andere Ungeschick. So kam es vor, dass ein Diener Wasser verschüttete oder mit dem Krug hinfiel. Er galt dann als jemand, der es nicht einmal schaffte, seiner Herrschaft das Wasser zu reichen.

 

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