Vor ein paar Monaten wollte eine Kuratorin bei mir „Texte in Plain Language“ bestellen. Nach einem kurzen Beratungsgespräch kam heraus, dass sie für eine Ausstellung Texte in Leichter Sprache wollte.
Nun gibt es für leicht verständliche Sprache ziemlich viele Begrifflichkeiten: Leichte Sprache, Einfache Sprache, Leichte Sprache Plus, bürgernahe Sprache, bürgerfreundliche Sprache, Easy German … Da kann man schon mal durcheinanderkommen, weshalb ich auch immer eine kurze Beratung anbiete.
Was ist nun aber Plain Language?
Plain Language und Einfache Sprache
Plain Language ist Einfache Sprache. Auf der Website der „International Plain Language Association“ heißt es:
Nutzen Sie Wörter, die die Zielgruppe kennt.
Vermeiden Sie – wo immer möglich – Abkürzungen.
Verwenden Sie einen gut verständlichen Satzbau.
Achten Sie auf eine gute Lesbarkeit (Optik).
Achten Sie darauf, dass Informationen in einer logischen Reihenfolge dargestellt werden.
Stellen Sie die wichtigsten Informationen an den Anfang.
Beginnen Sie mit den Informationen, die die meisten Lesenden brauchen.
Allerdings steht auf der Website auch: „Aim for one idea per sentence.“ Eine (oder zwei) Aussagen pro Satz ist jedoch eher ein Kennzeichen Leichter Sprache. Der Verein stellt auf seiner Website jedoch auch klar, dass Plain Language nicht Easy English ist. Plain Language richte sich nicht an Personen mit „learning or cognitive disabilities“.
Die US-Regierung definiert Plain Language als klare, leicht verständliche Sprache. Als Merkmale werden genannt: Aktiv, Vorabzusammenfassungen für längere Dokumente, Verwendung von Listen, zielgruppengerechter Wortschatz, Bedürfnisse der Lesenden im Blick haben, unnötige Wörter vermeiden, Informationen so kurz wie möglich darstellen, häufige Wörter/Alltagssprache verwenden.
Ein Rückblick
Die Plain-Language-Bewegung entstand in den USA übrigens schon in den 1970er-Jahren. Zum Plain Writing Act of 2010 kam es unter Obama. Es handelt sich dabei um ein Bundesgesetz, welches Regierungsbehörden verpflichtet, Dokumente in einer klaren, prägnanten Sprache zu verfassen und Informationen gut strukturiert anzubieten.
Mehr über Einfache Sprache erfährst du auf meiner Website in den Artikeln Wie sieht Einfache Sprache aus? und 9 Punkte, die du über Einfache Sprache wissen solltest. Über Leichte Sprache, die verständlichste Form des Deutschen, kannst du dich zum Beispiel in diesem Beitrag informieren: Die wichtigsten Regeln für Leichte Sprache. Du willst sicher sein, dass du für deine Zielgruppe den richtigen Text bekommst? Dann lass dich von deinem Anbieter immer vor der Bestellung beraten. 😉





