Unpersönliche Formulierungen sind schwer zu verstehen. Texte und vor allem Handlungsanweisungen sind besser verständlich, wenn du die Leser*innen ansprichst. Mein Leichte-Sprache-Tipp heißt daher heute für dich: Sei direkt!
Wie du das machst, lernst du in diesem Beitrag in nur drei Minuten.
Leichte-Sprache-Tipp: Werde persönlich!
Unpersönliche Formulierungen kannst du ganz leicht umformulieren:
Beispiel #1
Schwer verständlich sind zum Beispiel einige Formulierungen aus dem Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz – BGG):
„Menschen mit Hörbehinderungen (gehörlose, ertaubte und schwerhörige Menschen) und Menschen mit Sprachbehinderungen haben nach Maßgabe der einschlägigen Gesetze das Recht, die Deutsche Gebärdensprache, lautsprachbegleitende Gebärden oder andere geeignete Kommunikationshilfen zu verwenden.“
Besser verständlich sind kurze Sätze mit einer direkten Anrede:
Sie haben eine Hör-Behinderung?
Dann dürfen Sie immer Deutsche Gebärden-Sprache nutzen.
Sie dürfen auch andere Hilfen verwenden.
Beispiel #2
Auch folgender Abschnitt ist nicht barrierefrei formuliert:
„Hat die hörgeschädigte/ gehörlose Person erheblichen Unterstützungsbedarf kann sie einen Anspruch auf Arbeitsassistenz haben. Bei hörgeschädigten/ gehörlosen Personen kommt insbesondere ein Gebärdensprachdolmetscher in Betracht.“
Verständlicher ist:
Sie haben eine Hör-Behinderung?
Dann haben Sie vielleicht ein Recht auf eine Arbeits-Assistenz.
Eine Arbeits-Assistenz ist eine Person,
die Sie bei der Arbeit unterstützt:
zum Beispiel ein Dolmetscher.
Der Dolmetscher kann sprechen und hören.
Der Dolmetscher kann Gebärden-Sprache.
Der Dolmetscher übersetzt für Sie.
Sie können beim Amt einen Dolmetscher beantragen.
Dann zahlt Ihnen das Amt vielleicht einen Dolmetscher für die Arbeit.
Leichte-Sprache-Tipp: Alternative „ich“
Manche Leichte-Sprache-Übersetzer*innen entscheiden sich auch für eine andere Methode: die ich-Perspektive.
Sie verwenden nicht die direkte Anrede:
Sie brauchen einen Dolmetscher?
Dann stellen Sie einen Antrag beim Amt.
Sie setzen stattdessen eine ich-Perspektive ein:
Ich brauche einen Dolmetscher?
Dann stelle ich einen Antrag beim Amt.
Ich setze diese Methode nicht ein, weil ich der Meinung bin, dass sich Leser*innen durch eine direkte Anrede mehr angesprochen fühlen.
Mehr über leicht verständliche Formulierungen erfährst du auf meinem Blog zum Beispiel im Artikel Wie du Nominalstil in leicht verständliche Sprache umformst.





