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9 Gründe, dein Wahlprogramm als Politiker*in in Einfacher Sprache anzubieten

Du bist Bürgermeisterkandidat, kandidierst als Stadtrat oder Gemeinderat oder vielleicht sogar für den Landtag oder den Bundestag? In diesem Artikel erkläre ich dir, warum du dein Wahlprogramm als Politiker* in auch in Einfacher Sprache anbieten solltest. Natürlich erfährst du auch, was Einfache Sprache überhaupt ist.

Wahlprogramm in Einfacher Sprache: Worum handelt es sich bei Einfacher Sprache?

Bei Einfacher Sprache handelt es sich um eine Vereinfachung des Standarddeutschen. Da es für Einfache Sprache kein festes Regelwerk gibt, kann diese Vereinfachung unterschiedlich stark ausfallen.

Generell kann man sagen, dass die Sätze in Einfacher Sprache kürzer sind als im Standarddeutschen. Die Struktur von Sätzen in Einfacher Sprache ist weniger komplex. In Einfacher Sprache werden weder lange Schachtelsätze noch Passiv oder schwer verständliche Stilfiguren verwendet. Einfache Sprache ist damit besonders gut verständlich und barrierearm.

Nicht verwechseln solltest du Einfache Sprache mit Leichter Sprache.

Warum deine Partei unbedingt ein Wahlprogramm in Einfacher Sprache haben sollte, erkläre ich dir im folgenden Abschnitt.

9 Gründe, dein Wahlprogramm als Politiker*in in Einfacher Sprache anzubieten

1. Es besitzt eine hohe Verständlichkeit

Einfache Sprache kann von 85 % deiner Wähler*innen verstanden werden. Ihr einfacher Stil vermeidet sprachliche Stolperstricke, wie Passivkonstruktionen, Verschachtelungen, Fachbegriffe und Fremdwörter.

In Einfacher Sprache ist dein Wahlprogramm für (fast) alle Bürger*innen problemlos zu verstehen und inhaltlich vollkommen klar. Es ist barrierearm.

In einem Wahlprogramm in Einfacher Sprache befinden sich nur geläufige Wörter, die von deinen Wähler*innen häufig benutzt werden. Kurzen, genauen Wörtern wird der Vorzug gegeben. Auch die in einem Wahlprogramm in Einfacher Sprache verwendeten Sätze sind so kurz wie möglich. Das heißt, sie enthalten maximal einen Nebensatz. Wer dein Wahlprogramm liest, weiß also ganz genau, was deine Partei möchte und was nicht.

2. Dein Wahlprogramm erreicht Menschen aus allen Schichten

Ein Wahlprogramm in Einfacher Sprache ist für Menschen aus sämtlichen Bildungsschichten gut verständlich. Ein Programm in Standarddeutsch mit kompliziertem Satzbau und Fremdwörtern stellt Menschen mit weniger Bildung jedoch häufig vor größere Herausforderungen. Dabei interessieren auch sie sich für Politik.

Die Kluft zwischen den unterschiedlichen Bildungsschichten vergrößert sich in Deutschland. Im Jahr 2016 besaßen 42 % der deutschen Bevölkerung Abitur. Immer mehr junge Menschen verfügen sogar über einen Hochschul- oder einen Fachhochschulabschluss. Gleichzeitig gibt es in Deutschland aber auch immer mehr junge Leute, die die Schule ohne jeglichen Abschluss verlassen.

Da Einfache Sprache sehr leicht verständlich ist, wird dein Wahlprogramm in Einfacher Sprache von den Angehörigen sämtlicher Bildungsschichten verstanden.

3. Menschen mit Zweitsprache Deutsch verstehen es

In Standarddeutsch verfasste Texte bereiten insbesondere auch Migrant*innen Probleme. Fast die Hälfte aller Menschen in Deutschland, die Deutsch schlecht bzw. gar nicht lesen können, besitzt einen Migrationshintergrund. Deutsch ist nicht ihre Erst-, sondern ihre Zweitsprache. Betroffen sind hiervon insgesamt 2,9 Millionen Menschen. Die meisten davon verstehen in ihrer Muttersprache auch anspruchsvolle Texte.

Zwar schließt das Grundgesetz die Teilnahme von Ausländer*innen an Wahlen sowohl auf staatlicher als auch auf kommunaler Ebene aus, doch besteht zum einen für EU-Ausländer*innen eine Ausnahme in Hinblick auf Wahlen in Kreisen und Gemeinden. Zum anderen gibt es in Deutschland auch zahlreiche Migrant*innen, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und die daher auch wählen dürfen.

 

4. Einfache Sprache ist für Menschen mit Hörbehinderung leichter

Ein Wahlprogramm in Einfacher Sprache ist auch für hörbehinderte Menschen mit geringerer Lautsprachkompetenz von Vorteil. Mit deinem Programm in verständlichem Deutsch ermöglichst du ihnen eine einfachere politische Teilhabe.

Der Deutsche Schwerhörigenbund e. V. geht davon aus, dass es Ende 2015 in Deutschland 15,6 Millionen Menschen über 14 Jahre mit einer Hörbehinderung gab. Der Großteil davon befindet sich in Nordrhein-Westfalen (3,3 Millionen), Bayern (2,3 Millionen), Baden-Württemberg (2,0 Millionen) und Hessen (1,1 Millionen). Genaue Angaben über die Anzahl der wahlberechtigten Menschen mit Hörbehinderung in Deutschland liegen nicht vor. Die Zahl der hörbehinderten Menschen ab 20 Jahren beträgt Schätzungen zufolge jedoch über 11 Millionen.

 

5. Einfache Sprache erreicht Menschen mit Leseschwierigkeiten

Teilhabe setzt die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben voraus. Gemäß einer Untersuchung der Universität Hamburg aus dem Jahr 2018 betrifft funktionaler Analphabetismus in Deutschland über 6 Millionen Deutsch sprechende Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Funktionale Analphabeten erkennen Buchstaben und verstehen den Sinn kurzer Sätze. Der Sinn langer Sätze und ganzer Texte wird jedoch meist nicht erfasst. Funktionaler Analphabetismus macht auch vor höheren Bildungsabschlüssen nicht halt.

Menschen, die von funktionalem Analphabetismus betroffen sind, benötigen Texte in Leichter Sprache oder in stark vereinfachter Einfacher Sprache.

Wahlprogramme in Standarddeutsch bereiten jedoch auch Menschen mit starker Lese-Rechtschreib-Schwäche und Legasthenie sowie wenig geübten Leser*innen Probleme. Auch sie profitieren von einem Text in Einfacher Sprache. Ein Wahlprogramm in Leichter Sprache wäre für sie dagegen zu stark vereinfacht.

Laut einer vom Bundesbildungsministerium geförderten und im Mai 2019 veröffentlichten Studie besaßen 7,3 % aller Erwachsenen mit Deutsch als Erstsprache im Jahr 2018 nur geringe Lesefähigkeiten.

 

6. Menschen mit einer leichten geistigen Behinderung können es verstehen

Menschen mit Lernschwierigkeiten wünschen sich leicht verständliche Wahlprogramme. Menschen mit einer leichten geistigen Behinderung können auch schon Wahlprogramme in Einfacher Sprache verstehen. Voraussetzung ist, dass die Texte wirklich stark vereinfacht wurden und auch bestimmte Regeln im Hinblick auf die Auswahl der Schrift und der Schriftgröße eingehalten werden. Andere benötigen dagegen Texte in Leichter Sprache.

 

7. Du ermöglichst Inklusion und Teilhabe und bist glaubhaft

Fast alle Parteien fordern in ihren Parteiprogrammen und Wahlprogrammen Inklusion und Teilhabe. Dabei darf es jedoch nicht bleiben! Mit deinem Wahlprogramm in Einfacher Sprache gehst du mit gutem Beispiel voran. Du zeigst, dass du umsetzt, was du forderst, und bist damit glaubwürdig. Wer Teilhabe fordert, muss sie auch selbst ermöglichen.

 

8. Wahlprogramme in Einfacher Sprache werden häufiger gelesen

Wahlprogramme in Einfacher Sprache werden auch von Wähler*innen, die Standarddeutsch verstehen, gern gelesen. Der Grund: Man kann sie schneller lesen, die Zeitinvestition ist also wesentlich kürzer. Wahrscheinlich ist es auch dir schon so gegangen, dass du dir Schachtelsätze mehrmals durchlesen musstest, um ihren Sinn ganz genau zu verstehen. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist man dazu nicht unbedingt bereit. Ab und zu bekommt man auch mal ganz gern etwas leichtere Kost serviert! Vor allem im Hinblick auf Wahlprogramme greifen Menschen gern zur “Light-Version”.

 

9. Gegen geringe Mehrkosten überzeugst du wesentlich mehr Wähler*innen

Barrierearme Kommunikation erreicht mehr Wähler*innen! Teuer sein muss sie dagegen nicht. Für dein Kurzwahlprogramm in Einfacher Sprache biete ich dir kostengünstige Lösungen ab 180 € zzgl. USt. an.

Für die Übersetzung längerer Wahlprogramme erstelle ich dir gern einen individuellen Kostenvoranschlag.

 

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Du bist nicht sicher, ob du ein Wahlprogramm in Einfacher und/oder Leichter Sprache benötigst? Du würdest dich gerne beraten lassen? Dann kontaktiere mich per E-Mail, damit wir einen Telefontermin vereinbaren können.

 

Quellen:

Analphabetismus Deutschland

Bildungsbericht 2018

Bundeszentrale für politische Bildung: Weltalphabetisierungstag