Susanne Abels Roman „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ fesselt von Anfang an. Im Buch geht es um Gewalt gegenüber Heimkindern in der deutschen Nachkriegszeit, außerdem um häuslichen sexuellen Missbrauch und die Folgen bis ins Heute.
Rezension „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ (Susanne Abel)
„Auslöser“ für die Geschichte war Susanne Abels Herz-Op in Köln und ihre dortige Begegnung mit Ärzten mit Fluchtgeschichte. Eine moderne Migrationsgeschichte findet in der Figur des netten alleinerziehenden Nachbars Zamani und seiner Tochter Sirin Eingang ins Buch.
Eine Kindheit in einem deutschen Heim der Nachkriegszeit
Wie so oft bei Susanne Abel wechseln Kapitel, die in der Gegenwart spielen, mit solchen ab, die Jahrzehnte vorher erzählen. Margret und Hardy wachsen gemeinsam in einem Kinderheim des Nachkriegsdeutschland auf. Ihre Wege trennen sich, als Margret von Verwandten adoptiert wird.
An Hardy werden im Heim Medikamente getestet, er ist schwer traumatisiert. Doch Margret und der Junge begegnen sich ein weiteres Mal und die junge Frau kann ihn befreien …
Ein sehr spannendes, berührendes Buch
Das Buch „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ erzählt die Geschichte der beiden bis 2017. Mehr zu verraten würde zu sehr spoilern. Wenn du Romane magst, die Figuren näherbringen, die vom Schicksal tatsächlich lebender Personen in der Nachkriegszeit inspiriert sind, wirst du dieses gut geschriebene Buch mögen.
Der Roman ist mit 544 Seiten sehr lang, aber in spannende kleine „Häppchen“ unterteilt, die berühren und es schwierig machen, ihn wegzulegen. Insbesondere die Vergewaltigungsszene ist allerdings schwer verdaulich, da sehr eindringlich geschildert.
Empfehlen würde ich das Buch ab frühestens 16 Jahren – nach einer Triggerwarnung. Eine solche findet sich auch am Anfang. Der Roman kann sicher schon von älteren Jugendlichen gelesen werden, ist aber eigentlich eine Lektüre für Erwachsene. Eines der besten Bücher, die ich 2026 bisher gelseen habe!





