In deinem Übersetzer-Postfach ist regelmäßig Ebbe? Die Kundengewinnung fällt dir schwer? Dann liegt dies wahrscheinlich daran, dass etwas mit deinem Selbstmarketing nicht passt. Die 4 häufigsten Marketing-Fehler von Übersetzer*innen verrate ich dir in diesem Artikel.
4 häufige Marketing-Fehler von Übersetzer*innen
Du fragst dich, woran es liegen könnte, dass du als Übersetzer*in zu wenige Aufträge hast? Vielleicht machst du ja genau einen dieser Marketing-Fehler:
#1 Dein Angebot ist ein Bauchladen
Ein sehr häufiger Marketing-Fehler von Übersetzer*innen (und auch von anderen Freiberufler*innen) ist: alles für jede*n anbieten. Viele Sprachmittler*innen tragen einen regelrechten Bauchladen an Dienstleistungen vor sich her: Marketingübersetzungen, Rechtsübersetzungen, technische Übersetzungen, Weinübersetzungen, Texte für den medizinischen Bereich … Das Problem: Übersetzer*innen, die sich als Allround-Profi präsentieren, sprechen niemanden an.
Die Angst, als Übersetzer*in zu wenig Kundschaft zu haben
Warum manche Sprachmittler*innen trotzdem den Irrweg „Bauchladen“ gehen? Wahrscheinlich aus Angst, nicht genügend Kundschaft für Übersetzungen zu haben. Oder auch, weil sie eigentlich gar nicht wissen, in welchem Bereich sie übersetzen möchten und worin sie wirklich gut sind.
Du willst ausreichend Übersetzungsaufträge an Land ziehen? Dann solltest du dich auf Gebiete und Sprachkombinationen, in denen Bedarf ist und Kunden gut zahlen, spezialisieren. Wie andere Übersetzer*innen ihr Spezialgebiet gefunden haben, erfährst du in meinem Blog in diesem Round-up. Am besten spezialisierst du dich als Sprachmittler*in auf mindestens zwei Bereiche. Optimal sind vier.
#2 Marketing-Fehler von Übersetzer*innen: schlechte Social-Media-Präsenz
Social Media können ein Booster für dein Übersetzungsbusiness sein. Trotzdem sind viele Übersetzer*innen auf sozialen Medien gar nicht oder nur sporadisch unterwegs. Manche wissen auch einfach nicht, welche Art von Inhalt sie wie teilen sollen und wie sie ihren Account professionell präsentieren.
In den letzten Wochen sind mir auf LinkedIn mehrere Profile von Sprachmittler*innen untergekommen, die so schlecht aufgesetzt waren, dass ich mir bei einer Kontaktanfrage ernsthaft überlegt habe: „Ist das ein Scam oder gibt es die Person wirklich?”
Frag dich, wo deine potenzielle Kundschaft unterwegs ist
Um über Social Media Kunden für Übersetzungen zu gewinnen, solltest du dich zunächst einmal fragen, wo deine potenzielle Kundschaft unterwegs ist: LinkedIn, Bluesky, Facebook, Instagram …? Erfahrungsgemäß hängt dies vor allem von deinem Spezialgebiet ab.
Teile als Übersetzer*in interessanten Content
Als nächstes solltest du dir einen Account zulegen und Posts kreieren, die Nutzer*innen interessieren. Du bist dir nicht sicher, was das sein könnte? Dann schau dich bei Übersetzerkolleg*innen um, die viele Likes bekommen. Auf zahlreichen Blogs findest du außerdem hilfreiche Hinweise für verschiedene Social-Media-Kanäle. Wichtig ist, nicht nur selbst Posts zu erschaffen, sondern auch bei anderen zu interagieren.
Eine Präsenz auf Social Media kostet Zeit. Für mich als Übersetzerin lohnt sich die investierte Zeit aber – zum einen durch den Austausch mit anderen Sprachmittler*innen, aber auch, weil ich über bestimmte Kanäle regelmäßig Kunden für Übersetzungen an Land ziehe.
#3 Keine oder eine selbst zusammengestöpselte Website
Immer mal wieder melden sich bei mir Übersetzer*innen: „Kannst du mir helfen, Kunden für Übersetzungen zu bekommen?“ Wenn ich die Kolleg*innen dann googele: seit 20 Jahren (oder noch mehr) im Beruf und noch immer keine Website. Bei dir auch so? Dann brauchst du dich nicht wundern, dass sich keine Kundschaft in dein Postfach verirrt. Wer nicht sichtbar ist, wird nicht gefunden.
Eine Website ist deine digitale Visitenkarte
Eine Website ist schon seit mehreren Jahren ein Muss. Für dich als Übersetzer*in ist sie deine digitale Visitenkarte. Sie zeigt, welche Ausbildung du hast und in welchen Sprachkombis und Spezialgebieten du unterwegs bist.
Insbesondere auf LinkedIn werde ich immer wieder von Sprachmittler*innen gefragt: „Reicht ein LinkedIn-Profil nicht?“ Ein gutgemachtes LinkedIn-Profil ist wunderbar, aber es ersetzt keine Website. Die zeigt, was du machst. Sie inspiriert Vertrauen und spiegelt Professionalität. Sie ermöglicht es dir als Übersetzer*in, deine Expertise zu beweisen, Referenzen und Arbeitsproben zu präsentieren.
Marketing-Fehler “Website selbst erstellen”
Eine professionell erstellte Website signalisiert: Dein Business läuft, sonst würde deine Internetpräsenz anders aussehen. Die Wahrheit: Niemand will mit Leuten arbeiten, die keine Kunden haben … Du möchtest mehr Aufträge? Dann behebe diesen Marketing-Fehler sofort.
Machen wir uns nichts vor: Die meisten von uns sind keine Multi-Talente und das ist auch gut so. Anders gesagt: Die wenigsten Übersetzer*innen dürften in der Lage sein, eine gute Website selbst zu erstellen.
Du auch nicht? Dann lass die Finger davon. Nimm Geld in die Hand und lass deine Website von einem Profi erstellen. Eine schlechte Website hilft dir als Übersetzer*in nicht dabei, Kunden zu gewinnen – im Gegenteil. Sie vergrault sie.
#4 Marketing-Fehler von Übersetzer*innen: SEO vernachlässigen
Neulich habe ich eine Übersetzerkollegin im Web gesucht, deren Nachname mir entfallen war. „Kein Problem“, dachte ich, „Sprachkombi im Netz eingeben, Fachgebiet, Vorname und Stadt.“ Aber: keine Chance! Die Website der Übersetzerin rankt dermaßen schlecht, dass ich 60 Minuten brauchte, um sie zu finden. Du bist der Meinung, dass das irgendein Kunde auf sich nimmt? Nö …
SEO kannst du lernen
Vielen Übersetzer*innen erscheint SEO als Buch mit 7 Siegeln. Oder als unnötig, zu kompliziert, zeitaufwändig. Die Wahrheit: Deine Website muss suchmaschinenoptimiert sein, sonst findet dich niemand. Inhaltliche Suchmaschinenoptimierung können alle lernen, die einigermaßen formulieren können. Dazu belegst du als Übersetzer*in entweder einen Kurs (ja, SEO-Kurse sind nicht billig) oder du liest dich ein – mit entsprechenden Büchern, auf Blogs von Agenturen, die Suchmaschinenoptimierung anbieten …
Leg dir einen Übersetzerblog zu
Optimal ist, wenn du deine Website um einen Corporate Blog ergänzt. Regelmäßige, gut geschriebene Blogartikel verbessern dein Ranking und bringen dich auf Suchmaschinen nach oben. (Ja, auch hier ist ein Kurs ideal.) Meine Website rankt inzwischen für bestimmte Keywords so gut, dass sie mir erst ein Konkurrenzunternehmen in Übersee abkaufen wollte. (Falls mir jemand für meinen Blog eine schöne Eigentumswohnung in der Südbretagne bieten will, gern. Ansonsten: Nö!)
Leicht auffindbarer Content ist ideal, um deine Traumkund*innen anzuziehen!
Bild: ulleo, Pixabay





