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Wie du als Übersetzer*in mit einem Blog neue Kund*innen gewinnst

Keyboard, auf dem jemand tippt

Auf Facebook habe ich kürzlich von mehreren Übersetzer*innen gelesen: “Vielleicht friere ich demnächst meinen Blog ein.” “Ein Blog verschlingt viel Zeit.” “Sollten Übersetzer*innen wirklich Blogartikel schreiben? Werden Blogs überhaupt noch gelesen?”

Eine der wichtigsten Etappen meiner Selbstständigkeit war und ist mein Blog. Durch meine Blogartikel finden mich regelmäßig neue Kund*innen.

Warum auch du als Übersetzer*in einen Blog haben solltest, verrate ich dir in diesem Artikel.

 

Warum du als Übersetzer*in einen Blog haben solltest

#1 Google findet dich als Übersetzer*in besser

Seit ich regelmäßig Blogartikel schreibe, werde ich von Google als Übersetzerin und Texterin wesentlich besser gefunden. Für sehr viele meiner Haupt-Keywords belege ich insbesondere im Bereich Leichte und Einfache Sprache eine der drei ersten Positionen auf Google.

Wenn du Grundkenntnisse in SEO-Optimierung hast und deinen Leser*innen immer wieder interessanten Content bietest, kannst du deine Sichtbarkeit im Internet erheblich verbessern.

#2 Kund*innen finden dich von allein

Befindest du dich mit deinen Haupt-Keywords auf Google unter den ersten Ergebnissen, ist dein Ranking gut, finden dich potenzielle Kund*innen von allein.

Gerade für Übersetzer*innen, die ungern Akquise und noch weniger gern Telefonakquise betreiben, ist dies ideal. Nicht du als Übersetzer*in versuchst, Kund*innen zu finden, sondern du wirst als Sprachmittler*in gefunden.

Ich persönlich verzichte aber nicht ganz auf Akquise. Vielmehr setze ich auf eine Mischung aus Networking, Content-Marketing und Kaltakquise.

#3 Deine Website verändert sich mit einem Blog ständig

Sehr gut für dein Ranking als Übersetzer*in ist ein Blog im Übrigen auch deshalb, weil Suchmaschinen Websites mögen, die sich immer wieder verändern. Regelmäßig erscheinende Blogartikel signalisieren Google, dass dein Content neu und damit interessant ist.

Im Ranking stuft Google Websites, deren Content häufig aktualisiert wird, häufiger ein, als Websites, die weitgehend statisch bleiben. Websites, deren Content sich gar nict oder kaum verändert, werden von Google als veraltet bewertet.

Dies heißt nicht, dass du unbedingt wöchentlich einen Blogartikel produzieren musst, mindestens einmal im Monat solltest du auf deinem Blog aber schon einen Beitrag veröffentlichen.

Wichtig dabei ist, dass dein Content für die User*innen relevant ist. Finden sie ihn nämlich uninteressant und verlassen deine Website sofort wieder, signalisiert dies Suchmaschinen wiederum, dass dein Übersetzer*innen-Blog wohl nicht das Gelbe vom Ei ist. Heißt: Dein Ranking ist nicht das Allerbeste.

 

#4 Sichtbarkeit als Übersetzer*in auf Social Media

Wenn du als Übersetzer*in einen Blog betreibst, gewinnst du auch in Social Media an Sichtbarkeit. Indem du als Sprachmittler*in regelmäßig bloggst, hast du immer wieder Content, den du auf LinkedIn, Xing, Facebook, Twitter, Pinterest usw. teilen kannst.

Mit einem Blog kreierst du immer wieder neue Inhalte, die du mit deinen Kontakten teilen kannst.

Wenn du deine Blogartikel auf Social-Media-Kanälen postest und so für Besucher*innen auf deiner Website sorgst, erhöht dies wiederum das Ranking deines Blogs.

Bietest du wirklich interessanten Content, teilen auch andere deine Blogartikel auf ihren Kanälen. Manche meiner Artikel werden innerhalb von nur einer Woche tausendmal gelesen.

 

#5 Networking auf Social-Media-Kanälen

Mit Blogartikeln kannst du auf Social Media nicht nur Kund*innen gewinnen, sondern auch netzwerken, dich über bestimmte Fragestellungen austauschen, Menschen kennenlernen, mit denen du anders nie in Kontakt gekommen wärst, und schließlich auch Aufträge generieren.

 

#6 Mit deinem Blog deine Expertise zeigen

Ein Blog ist ein wunderbares Mittel, potenzielle Übersetzungskund*innen von deiner Expertise als Sprachmittler*in zu überzeugen.

Übersetzt du beispielsweise im Bereich Mode, macht es auch Sinn in diesem Bereich zu bloggen. Ein Übersetzer, der auf Archäologie spezialisiert ist, wird sich dagegen einen Blog zu Archäologie zulegen. Eines meiner Spezialgebiete ist Erinnerungskultur. In einer Rubrik meines Blogs schreibe ich unter anderem über das NS-Konzentrationslager.

Übersetzt du dagegen im Bereich Architektur, macht es eher wenig Sinn, über vegane Rezepte zu bloggen … Jedenfalls nicht um deine Kund*innen von deinem Expertenwissen in Architektur zu überzeugen.

Einen Blog kannst du also vor allem auch dazu nutzen, deine potenziellen Übersetzungskund*innen davon zu überzeugen, dass du auf deinem Gebiet Spezialist*in bist. Außerdem lernen potenzielle Auftraggeber*in über einen Blog deinen Stil kennen.

 

#7 Content für deine Newsletter

Wenn du regelmäßig Blogartikel schreibst, hast du auch immer wieder Content für deinen Newsletter.

Du hast noch keinen Newsletter? Nun, meinen Newsletter gibt es auch erst seit März 2021, dabei blogge ich schon seit 6 Jahren.

Anfangs wollte ich keinen Newsletter verschicken und war der Meinung, es reiche, über Social Media Kontakt zu halten. Dann bekam ich über Social Media immer wieder Anfragen von Follower*innen, die meinten: “Deinen letzten Blogartikel fand ich klasse. Ich suche jetzt schon seit 15 Minuten. Hast du keinen Newsletter?” “Ich möchte keinen deiner Artikel zu Leichter Sprache mehr verpassen. Schickst du Benachrichtigungen raus, wenn du etwas Neues geschrieben hast?” Sogar Behörden und Politiker*innen meldeten sich per E-Mail und fragten nach einem Newsletter.

Kaum hatte ich angekündigt, dass ich einen Newsletter anbiete, hatte ich auch schon 75 Abonnent*innen. Bereits einen Monat später waren es 120.

Per E-Mail informierte ich dann alle deutschsprechenden Kund*innen der letzten zwei Jahre darüber, dass ich nunmehr auch einen Newsletter anbiete. Über 90 % meiner Übersetzungskund*innen antworteten und abonnierten den Newsletter.

Ein Blog ist in Verbindung mit einem Newsletter eine wunderbare Gelegenheit, mit Kund*innen Kontakt zu halten und sich immer wieder in Erinnerung zu rufen.

Ich persönlich verschicke meinen Newsletter zu Übersetzung, Erinnerungskultur und Barrierefreiheit derzeit alle drei Wochen. Seltener scheint mir zu wenig, um in Erinnerung zu bleiben. Außerdem habe ich meist eher zu viele Ideen als zu wenige.

Ich habe aber auch Newsletter abonniert, die wöchentlich erscheinen. Wenn mir interessanter Content geboten wird, dann freue ich mich auch jeden Montag oder Dienstag darüber. Eine höhere Frequenz finde ich nicht angemessen.

 

#8 Mit Blogartikeln Beziehung und Vertrauen aufbauen

Mit regelmäßigen Blogartikeln baust du zu deinen Leser*innen eine Beziehung auf und schaffst Vertrauen.

Vertrauen wiederum ist die Voraussetzung dafür, jemanden als Dienstleister*in weiterzuempfehlen oder aber eine Übersetzungsleistung selbst in Auftrag zu geben. Durch deinen Blog und deine Newsletter bist du für deine Leser*innen keine unbekannte, fremde Person mehr. Sie beauftragen also eher dich als einen anderen Übersetzer.

 

#9 Ein Übersetzer*innen-Blog als Marketing-Tool

Für dich und dein Unternehmen ist ein Blog ein wichtiges Marketing-Tool. Vorausgesetzt natürlich, du hast wirklich etwas zu sagen und weißt deinen Blog auch richtig einzusetzen.

 

Ein paar Tipps für deinen Übersetzer*innen-Blog:

1. Wenn du dich für einen Blog entscheidest, solltest du regelmäßig bloggen. Ein Blog, der brachliegt, macht auf deine Kund*innen einen schlechten Eindruck.

2. Lege 3 bis 6 Kategorien fest, in denen du bloggst. Zu viele Kategorien sind eher nichts. Zum einen kannst du nicht alle bedienen, zum anderen bekommen deine Kund*innen schnell einen Bauchladeneindruck. Der wiederum nagt an deinem Expert*innen-Status.

3. Bevor du die Kategorien festlegst, überlege dir, für wen du bloggst. Ich zum Beispiel blogge hauptsächliche für andere Übersetzer*innen, für Politiker*innen, Menschen, denen Barrierefreiheit, Inklusion und insbesondere verständliche Sprache wichtig sind. Außerdem für Historiker*innen und andere Personen, die sich für Erinnerungskultur interessieren. Mein Blog unterteilt sich damit in sechs Kategorien. Das ist schon ganz schön viel. Weitere Kategorien habe ich nach etwa zwei Jahren gestrichen und vermutlich könnte ich auch jetzt noch etwas “ausmisten”.

4. Auf Facebook gibt es mehrere Gruppen, in denen du dich mit anderen Bloggern austauschen oder Schreibtipps bekommen kannst. Falls du noch nie gebloggt hast, kann auch ein Einführungskurs ins Bloggen eine gute Idee sein. Einige Schreibcoaches bieten Kurse schon für ein paar Hundert Euro an. Manchmal gibt es auch Gratis-Schnupperkurse, die schon ein paar Basics vermitteln.

5. Du hast keine Zeit, um allein einen Blog zu stemmen? Wie wäre es dann mit einem Gemeinschaftsblog mit anderen Übersetzer*innen? Translators4Industry macht es vor!

 

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Zur Autorin dieses Artikels:

Andrea Halbritter ist seit 2013 als Sprachmittlerin selbstständig. Sie übersetzt in der Sprachrichtung Französisch-Deutsch sowie vom Standarddeutschen in Leichte Sprache und Einfache Sprache. Seit 2016 bloggt sie regelmäßig auf ihrem eigenen Blog sowie für Kund*innen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Tourismus und Erinnerungskultur.

 

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