Mein spannender Jahresrückblick 2025

Tafel mit der Aufschrift "Teamwork" und in verschiedenen Farben aufgemalten Personen

Eigentlich bin ich nicht so der Jahresrückblick-Fan – jedenfalls nicht, wenn man mal von einer Präsentation der beliebtesten Artikel auf meinem Blog absieht. Dieses Jahr jedoch habe ich im Rahmen der Jahresrückblog-Aktion von Judith Peters einige interessante Rückschauen gelesen. Daher wage auch ich mich an einen Jahresrückblick 2025 und hoffe, dass er für dich einigermaßen spannend ausfällt.

Jahresrückblick 2025: viele Höhen, wenige Tiefen

Den Jahresrückblick schreibe ich mit einer warmen Bettflasche auf dem Schoß. Erst gestern bin ich nach vier Tagen in Reims und zehn Tagen in der Südbretagne in mein Haus in Augsburg zurückgekehrt. Nicht nur in meinem Büro ist es noch schauerlich kalt. Vor meiner Abreise hatte ich nämlich sämtliche Heizkörper auf Sternchen gestellt und nicht bedacht, dass die Außentemperaturen auf minus 10 Grad Celsius sinken könnten. Anders gesagt: Mein Haus ist total ausgekühlt und muss sich jetzt erst wieder etwas aufwärmen. Dabei bin ich nicht besonders wärmeverwöhnt. In Herbst und Winter heize ich im Wesentlichen einen Raum – mein Büro – auf etwa 20 Grad Celsius. Im Rest der Wohnung reichen mir drei Grad weniger.

Die letzten Tage des Jahres waren für mich eine Mischung aus Wanderurlaub, Akquise-Ferien und Zeit mit meiner Tochter. Herrlicher Blick auf eine der schönsten Buchten der Welt, der Baie de La Baule, inklusive. Eigentlich hatte ich zwei Wochen in der Nähe von Calais an der Côte d’Opale gebucht, aber kurzfristig eine Absage bekommen. Etwas hektisch mussten wir daher Ersatz finden und entschlossen uns, nach Pornichet zu reisen – meine zweite Heimat seit 2014.

Kleine Bucht mit schmalem Sandstrand und großen Steinen, im Hintergrund hellgraues Meer mit Sonne
Kleine Bucht in Saint-Nazaire (Südbretagne)

Mein Arbeitsjahr 2025 als Übersetzerin und Texterin

Stabile Umsätze dank Spezialisierung und Direktkunden

Viele Übersetzer*innen klagen über massive Umsatzrückgänge. Für mich war 2025 ein gutes Jahr. Die Gründe hierfür liegen sicherlich in meiner starken Spezialisierung. Für meine Sprachrichtungen Französisch-Deutsch und Englisch-Deutsch sind dies Weinbau und Tourismus. Einige renommierte Champagnerhäuser halten mir als Übersetzerin seit über 10 Jahren die Treue und bestellen (fast) jeden Monat. Im Bereich Tourismus sah es 2025 – im Gegensatz zu 2024 – jedoch mau aus. Auch von Premiumkunden kamen keine Aufträge. Wie schon seit mehreren Jahren wurden bei mir jedoch regelmäßig Texte im Bereich Luftfilter-Marketing bestellt. Neu ist, dass immer mehr Kunden auch Posts für LinkedIn, Instagram und andere soziale Medien ins Deutsche übersetzen lassen.

Viele interessante Leichte-Sprache-Aufträge

Gut ist meine Auftragslage vor allem aber auch deshalb, weil ich mich bereits 2019 auch in Richtung Leichte Sprache orientiert habe – noch bevor Leichte-Sprache-Expert*innen quasi wie Pilze aus dem Boden schossen. Auch im Bereich der leicht verständlichen Kommunikation habe ich – im Gegensatz zu anderen Übersetzer*innen und Texter*innen – klare Spezialgebiete: Geschichte (vor allem Nationalsozialismus) und Politik. Auch 2025 durfte ich für drei Parteien zahlreiche Wahlprogramme in Leichter Sprache erstellen – darunter die Bundestagswahlprogramme für SPD und Volt Deutschland.

2025 in neuen Genres unterwegs

Neu war 2025, dass ich auch mehrere Studien sowie Unterlagen für Forschungsprojekte in Leichte Sprache beziehungsweise Leichte Sprache Plus übersetzen durfte. Insbesondere eine Übersetzung zu inklusivem Theater hat mir großen Spaß gemacht. Außerdem bin ich im Herbst 2025 mit meiner ersten Übersetzung eines Bilderbuchs in Leichte Sprache gestartet. Mein wichtigstes Leichte-Sprache-Projekt der letzten Jahre ging im Februar 2025 online: Texte in Leichter Sprache über K.-o.-Tropfen. Mehr über das Projekt erfährst du hier.

Ein Mann und eine Frau sitzen an einer Bar. Der Mann gibt Tropfen in das Cocktailglas der Frau, während sie wegschaut.

Jahresrückblick 2025: mein Newsletter

Mein Newsletter, den ich seit Februar 2021 alle drei bis fünf Wochen verschicke, hat im September 2025 die 500 Abonnent*innen „geknackt“. Gebührlich gefeiert habe ich dies mit der Verlosung eines Gedichtbands meines Prüfers Henri Hirt unter meinen Newsletter-Abonnent*innen.

Bis Ende Dezember kamen weitere 25 Abonnent*innen dazu – die Mehrzahl meiner Newsletter-Abonnent*innen ist in Behörden tätig, als Übersetzer*innen unterwegs oder in einem Museum beschäftigt. Hinzu kommen andere Profile: Historiker*innen, Politiker*innen, Sozialarbeiter*innen oder einfach nur Menschen, die sich für sprachliche Inklusion interessieren. Thematisch geht es in meinem Newsletter um Leichte und Einfache Sprache, Tipps und Erlebnisse rund ums Übersetzen, um Barrierefreiheit, Behinderung und Erinnerungskultur. Post gab’s von mir 2025 insgesamt 12-mal.

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Meine Präsenz auf Social Media

Regelmäßig unterwegs war ich 2025 auf LinkedIn, Bluesky und X. Am aktivsten bin ich seit ein paar Monaten auf LinkedIn – seit Oktober sogar mit im Schnitt 5 Posts pro Woche, die meisten rund um sprachliche Inklusion, teils auch zu Erinnerungskultur. Seit kurzem biete ich jeweils sonntags auf LinkedIn Wein-Content. Die beliebtesten Themen der LinkedIn-Community in Sachen Wein waren bisher: Was ist eigentlich Orange Wine? Wie werden Wein und Speisen kombiniert? Welche Rolle spielen Eichenfässer in Bezug auf Aromen? Wie sollte man Wein lagern, wenn man keinen Weinkeller besitzt?

Sporadisch bin ich auch auf Instagram unterwegs. Wirklich warm werde ich mit der Plattform aber nicht. Zum einen bin ich nicht sehr Smartphone-affin, zum anderen arbeite ich auch nicht gern mit Tools wie Canva und Co. Meine Facebook-Seite ist seit Dezember 2024 im Dornröschenschlaf. Nach einem Wechsel von PC und Handynummer habe ich es leider nicht mehr geschafft, auf meinen Account zuzugreifen. Du kannst mir da weiterhelfen? Dann melde dich bitte.

Jahresrückblick 2025: mein Blog

2025 sind auf meinem Blog 40 Artikel erschienen. Die Top 10 der beliebtesten Blogartikel des Jahres findest du hier. Drei Beiträge habe ich in Zusammenarbeit mit einer französischen Kollegin auf Französisch veröffentlicht – sie hat die Artikel teils korrigiert, teils übersetzt. Auch nach 15 Jahren Frankreich und mit einem Niveau C1 in Französisch bin ich immer noch der Überzeugung, dass Übersetzer*innen nur in ihrer Muttersprache schreiben sollten. Denn auch bei sehr guten Sprachkenntnissen ergeben sich in Zweitsprachen immer wieder Unebenheiten. Oder es kommt zu Wendungen, die idiomatischer sein könnten.

Meine persönlichen Lieblingsartikel des Jahres 2025

Meine persönlichen Favoriten unter meinen Blogartikeln des Jahres 2025 sind:

#1 Was deine miese Website mit meinem Kissen zu tun hat

Im Artikel geht es um einen Kissenkauf, der jahrelang am schlechten Ranking einer Website scheiterte. Quasi eine Story aus dem wahren Leben. Schau gern mal rein, wenn du sie noch nicht kennst.

Eine Newsletter-Abonnentin hat mir daraufhin geschrieben:

„Ich möchte einfach mal ein großes Dankeschön dalassen! Der pillow talk hat mich eben schon wieder richtig zum Schmunzeln gebracht. (…)

Und weil das Lesen Ihrer Texte mir so unglaublich viel Spaß macht, möchte ich Ihnen ein großes Dankeschön aussprechen.“ 

#2 John Boyne: „Der Junge im gestreiften Pyjama“ (Rezension)

In meiner Buchbesprechung erkläre ich dir, warum ich den Jugendroman nicht für eine geeignete Schullektüre halte. Den Artikel finde ich umso wichtiger, als viele Deutschlehrkräfte sich für das Buch als Klassenlektüre entscheiden.

#3 Die besten Tipps für barrierefreie Konferenzen und Events

Ein Round-up, das sich auf Platz 4 meiner Top 10 des Jahres 2025 befindet. Zahlreiche Expert*innen haben sich bereit erklärt, in sehr informativen Kurzbeiträgen ihre besten Tipps für barrierefreie Veranstaltungen zu teilen. Den Artikel macht dies zu einer der wertvollsten Sammlungen im Netz in Sachen Event für alle.

#4 Meine 17 besten Tipps zum Prüfen von Leichter Sprache

Gute Leichte Sprache ist Teamwork. Neben hervorragenden Übersetzer*innen beziehungsweise Texter*innen braucht es eine Prüfgruppe mit einer guten Prüfassistenz. Oft ist das Prüfen jedoch nur Makulatur. Oder aber gut gemeint und schlecht gemacht. 2025 durfte ich mir mehrere Prüfgruppen ansehen. Das Ergebnis: dieser Artikel mit Tipps und No-Gos.

#5 Dieser Tipp erleichtert den E-Mail-Verkehr mit Übersetzungskunden

Ein kurzer Artikel, der dadurch entstanden ist, dass ich mir bei der E-Mail-Korrespondenz mit anderen Übersetzer*innen teilweise die Haare raufe. Bitte schreibt in euren Betreff kurz und knackig, worum’s in eurer E-Mail geht. Das erleichtert unheimlich die Kommunikation und hilft zum Beispiel, bestimmte Anhänge zu finden. Wenn ihr das sonst nicht macht, dann doch bitte mindestens bei Rechnungen. Ihr wollt doch pünktlich bezahlt werden, oder?

#6 Warum du als Freelancer*in nicht mit niedrigen Stundensätzen anfangen solltest

Ein wichtiger Beitrag, der es nicht ganz in die Top 10 des Jahres 2025 geschafft hat … Er ruft dazu auf, nicht für Peanuts zu arbeiten.

#7, 8 und 9 Die Interviews mit meinen Prüfer*innen Maik, Henri und Anna

Als Expertin für Leichte und Einfache Sprache arbeite ich mit Vertreter*innen der Hauptzielgruppe zusammen. Teils beziehe ich sie schon bei der Themenauswahl mit ein. Immer aber nimmt mindestens ein*e Prüfer*in mit einer Prüfassistenz eine Verständlichkeitsprüfung vor – jedenfalls in Leichter Sprache. In Leichter Sprache Plus und Einfache Sprache kann dieser Service optional hinzugebucht werden. Besonders wichtig ist mir eine faire Bezahlung und Wertschätzung der Arbeit meiner Prüfer*innen.

Meine Website

Im Dezember 2025 habe ich Nina Jameson von Gehirngerecht damit beauftragt, mehrere Seiten auf meiner Website zu aktualisieren. Die größten Veränderungen habe ich auf der deutschen Referenz-Seite vorgenommen. Seit neuestem befinden sich dort auch Arbeitsproben: Leichte-Sprache-Projekte, Texte in Einfacher Sprache, Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche.

Kunden können sich so ein besseres Bild von meiner Arbeit machen und sehen, was alles möglich ist – von Wahlprogrammen über Vorlagen für Audioguides bis zu Texten für Erinnerungsorte oder über Gewaltprävention.

Das französische Pendant gehen wir im Laufe des Monats an.

Screenshot einer Website mit Überschrift Leichte Sprache, darunter sechs Kacheln mit Zeichnungen und Logos sowie Projektbeschreibungen

Jahresrückblick 2025: meine persönlichen Highlights

Befreiungsfeiern in Dachau

Klares Highlight des Jahres waren für mich die Feiern in Dachau anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers. An den Feierlichkeiten nahm ich zum vierten Mal als Mitglied des Internationalen Dachau-Komitees teil. Die Gemeinschaft unter den Nachfahr*innen ehemaliger Häftlinge zu erleben ist immer wieder schön. Außerdem habe ich im Frühjahr 2025 ein paar ganz besondere Begegnungen gemacht. Mehr im Artikel Befreiungsfeiern 2025 in Dachau – meine schönsten Momente.

Konferenzraum mit Tischen aus Holz und Bürostühlen, vorne zwei kleine deutsche Flaggen und ein Schild mit der Aufschrift Andrea Halbritter
Mein Platz bei der Generalversammlung des Internationalen Dachau-Komitees

Reisen nach Frankreich und Wien

Ansonsten bin ich 2025 viel verreist. Gestartet bin ich in das Jahr mit einem längeren Aufenthalt in Wien. Motto: Unterkunft gegen Katzensitten. Leider muss ich das Katzensitten nach der Erfahrung in der österreichischen Hauptstadt aufgeben. Nach vielen Jahren, in denen ich immer wieder zwei bis fünf Wochen als Katzen hütende Digitalnomadin unterwegs war, habe ich im Januar 2025 eine starke Katzenallergie entwickelt. Als Hundesitterin stehe ich aber nach wie vor zur Verfügung. Voraussetzung: Dein Hund ist gut erzogen und akzeptiert mich in deinem/seinem Zuhause.

Treffen mit Nachkommen von Zwangsarbeiter*innen

Weiter ging’s 2025 mehrere Wochen in die Südbretagne, in die Champagne und nach Burgund. Teils zum Wandern, teils zu Kundenbesuchen oder für Recherchen für mein Buch über Augsburg im Nationalsozialismus. Auch zum Jahresende war ich spontan in der Südbretagne. Im Rahmen meiner Nachforschungen kam es auch 2025 zu interessanten Begegnungen – vor allem mit Nachkommen von Zwangsarbeiter*innen.

Champagnerflasche und Champagnerverpackung in einem Schaufenster mit gemalten Blumen als Dekor, im Fenster spiegeln sich historische Gebäude und die Übersetzerin
Übersetzerin auf Champagnertour in Reims

Teilnahme am Gedenkstättenforum in Hameln

Anfang September nahm ich außerdem am Gedenkstättenforum im Hameln teil. Die Gelegenheit, mich mit Historiker*innen und Guides zu vernetzen, spannende Projekte kennenzulernen und Erinnerungsorte in Niedersachsen zu besuchen. Gleichzeitig nutzte ich die Tage im hohen Norden, um mich persönlich mit Übersetzer*innen zu treffen, mit denen ich bisher nur über Social Media in Kontakt war.

Viel gelesen

Sehr gefreut habe ich mich, dass es mir 2025 gelungen ist, wieder weit mehr zu lesen. Und zwar nicht nur Studien über die NS-Zeit, sondern auch die unterschiedlichsten Romane und Kurzgeschichten – auf Französisch und Deutsch. Zu meinen Favoriten zählten „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ von Michiko Ayoama und die Trude-Teige-Trilogie, wobei ich Band 2 und 3 stärker fand als den ersten.

Mit anderen Büchern bin ich nicht warm geworden, obwohl sie mehrere Preise gewonnen hatten. Die wandern demnächst in einen öffentlichen Bücherschrank. Meine Bücher kaufe ich mir in kleinen Buchhandlungen und relativ häufig werde ich tatsächlich auch in Bücherschränken fündig. Mein Problem: drei reinstellen, um Platz im heimischen Regal zu haben, und mit fünf zurückkommen ☹

Fachwerkhaus mit reichen Verzierungen und der Inschrift Anno Dom 1583
Fachwerkhaus in Hameln

Business-Fotos

Schon länger wollte ich professionelle Fotos für mein Business machen lassen. Aber wie es so ist: nie Zeit, keine Lust, keine Ahnung wo, Wetter schlecht … Ende 2025 wurde ich auf dem Weihnachtsmarkt in Reims (der ist übrigens sehr empfehlenswert) angesprochen, ob ich an einer unverbindlichen Foto-Session Interesse hätte. Jetzt, spontan. So, wie ich bin. Das Prinzip gefiel mir – ich bin in vielen Dingen sehr spontan, weil ich es nicht mag, wenn jede Minute meines Tages verplant ist. Und so trat ich 30 Minuten vor die Kamera, wenig geschminkt, nicht mit meiner Lieblingsbrille und mit gerade neu erworbenem Béret.

How to say … Ich ging mit etwa 20 Fotos raus und unterstützte damit gleichzeitig ein gutes Projekt. Jede Person, die Michel Meyer Cohen als Fotograf engagiert, sorgt nämlich dafür, dass Krebspatientinnen ein kostenloses Shooting bekommen, das ihre Schönheit hervorhebt. Eine Nachbearbeitung gibt es nicht. Alles ganz natürlich. No KI. Love that kind of project!

Spannende Krimis

Wenn ich nicht arbeite, wandere, lese oder ehrenamtlich beschäftigt bin, schaue ich … Tatort. Gern bei einer Tasse Tee. Eine Vorliebe für ein bestimmtes Team habe ich nicht.

Meine Lieblingssendungen:

Gesundheitliche Probleme

Weniger erfreulich: Schon seit Januar 2025 plagen mich einige orthopädische Probleme. Eines davon bekam ich mit Sport, Krankengymnastik und Hilfsmitteln in den Griff. Bei Nummer 2 sehe ich keine große Verbesserung, obwohl ich seit Juli jede Woche drei- bis viermal mit Physio-, Ergotherapie und Krafttraining an Geräten zugange bin. Ein ziemlicher Zeitaufwand, geschicktes Jonglieren mit anderen Terminen nötig …

Zweitjob

Zusätzlich zu meiner Arbeit als Übersetzerin und Texterin war ich auch 2025 im Lehramt unterwegs. Nein, nicht als Quereinsteigerin. Ich bin ja eigentlich ausgebildete Gymnasiallehrkraft für die Fächer Deutsch und Französisch. Eingeteilt war ich mit ein paar Deutschstunden am Gymnasium. Das Unterrichten ist für mich zum einen ein gewisser Ausgleich zur Schreibtischarbeit, bei der ich kaum mit Menschen in Kontakt bin. Ich liebe die Arbeit mit Jugendlichen. Hin und wieder ein Schwätzchen mit Kolleg*innen halten zu können finde ich auch ganz nice.

Vor allem garantiert mir der Lehramtsjob aber einen gewissen Grundstock an Gehalt – der für mich als Alleinerziehende mit einer angeborenen und kürzlich neuerworbenen Behinderung wichtig ist. (Nach 10 Jahren, in denen ich nur freiberuflich tätig war, allerdings nicht ganz so einfach … Ich plane meine Zeit halt doch recht gern selbst und liebe es, ortsunabhängig zu arbeiten …)

Ehrenamtliches Engagement

Ehrenamtlich war ich 2025 als Mitglied des Landesvorstands Bayern der VVN-BdA e. V. tätig. Außerdem als Co-Sprecherin des Initiativkreises Stolpersteine für Augsburg und Umgebung. Im Laufe des Jahres 2025 haben wir an drei Terminen in Augsburg Stolpersteine verlegt. Bis November 2025 war ich ferner Mitglied des Präsidiums der Lagergemeinschaft Dachau. Aus mehreren Gründen – die ich hier nicht offenlegen möchte – habe ich mich dafür entschieden, für dieses Ehrenamt nicht mehr zu kandidieren. Leider muss ich damit auch meine Mitgliedschaft im Internationalen Dachau-Komitee beenden, in dem ich gerne verblieben wäre.

Bis März 2025 habe ich ferner an vom Bundesgesundheitsministerium organisierten Partizipationsworkshops zu Post Covid bei Kindern und Jugendlichen teilgenommen. Meine Arbeitsgruppe hat Empfehlungen erstellt, die Schüler*innen mit Post Covid Teilhabe und Abschluss ermöglichen sollen.

Verlegter Stolperstein mit Blumenstaruß
Stolpersteinverlegung für Johann Huttner in Augsburg

Was ich 2026 immer noch nicht machen werde

  • KI für die Erstellung von Texten in Leichter Sprache nutzen
  • Reels oder Videos für meine Social-Media-Auftritte erstellen
  • Für Billigagenturen übersetzen
  • Darauf verzichten, meinen Namen unter meine Leichte-Sprache-Texte zu setzen
  • Leichte Bilder selbst erstellen
  • Meine Steuererklärung selbst machen
  • Mit Billigprüfgruppen arbeiten
  • In Fast-Food-Restaurants essen gehen
  • Überwiegend Post-Editing-Aufträge übernehmen
  • Eine konservative oder rechtsextremistische Partei wählen
  • Die Verteidigung unserer Demokratie aufgeben

Worauf ich mich 2026 freue

  • Das Erscheinen meines ersten Bilderbuchs in Leichter Sprache
  • Viele interessante Projekte in Leichter und Einfacher Sprache
  • Weitere Reisen nach Frankreich
  • Auf das Entdecken vieler neuer Bücher und Filme
  • Spannende fremdsprachliche Übersetzungen
  • Meinen Leichte-Sprache-Workshop im Juli 2026 für den BDÜ

Was ich 2026 für dich tun kann

  • Texte in Leichter Sprache erstellen – mit oder ohne Vorlage, gern rund um Geschichte/Erinnerungskultur, Wahlprogramme, Gesundheitsthemen, sexuelle Aufklärung … Kurz: zu allem, was unsere Gesellschaft besser macht
  • Texte in Einfache Sprache übertragen – für unterschiedliche Zielgruppen, zum Beispiel Ausstellungstexte, Website-Texte, Blogartikel, Broschüren …
  • Das Lektorat für von dir erstellte Texte in leicht verständlichem Deutsch übernehmen
  • Übersetzungen in den Sprachrichtungen Englisch-Deutsch und Französisch-Deutsch anfertigen, zum Beispiel in den Bereichen Wein, Tourismus, Erinnerungskultur, Gastronomie
  • Für dich das Projektmanagement übernehmen, wenn du Übersetzungen aus oder in Sprachen brauchst, in denen ich persönlich nicht arbeite
  • Die Spezialist*innen suchen, die du für dein Übersetzungsprojekt brauchst
  • Dich und deine Gruppe in Augsburg durch den Lern- und Erinnerungsort Halle 116 führen (Anmeldung über die Stadt Augsburg)
  • Vorträge und Workshops zu Leichter und Einfacher Sprache halten (online, in Präsenz bevorzugt in Augsburg + ca. 80 Kilometer)

Fotos: © Andrea Halbritter, Michel Meyer Cohen

Zeichnung K.-o.-Tropfen: © Simone Fass

Frau mit schulterlangen blonden Haaren und grauen Strähnen, blauen Augen, Brille und grauem Mantel

Andrea Halbritter

Andrea Halbritter ist Germanistin mit 2. Staatsexamen und vom Netzwerk Leichte Sprache e. V. zertifiziert. Sie erstellt Texte in Leichter und Einfacher Sprache für NS-Gedenkstätten, Museen, politische Parteien und Gesundheitsbehörden. In den Sprachrichtungen Französisch-Deutsch und Englisch-Deutsch übersetzt Andrea vor allem im Bereich Wein.

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