Mach dir klar, für wen du nicht übersetzen möchtest

Tafel mit der Aufschrift "Teamwork" und in verschiedenen Farben aufgemalten Personen

Viele Übersetzer*innen haben Angst, sich bei der Abgrenzung der Zielgruppe für Übersetzungen zu sehr einzuschränken. Vielleicht geht es dir auch so. Vielleicht hast du Mühe zu definieren, mit welchen Kund*innen du zusammenarbeiten möchtest. Falls ja, ist dieser Artikel der Richtige für dich. Mit diesem Beitrag lernst du, für wen du besser nicht übersetzen sollltest.

Als Übersetzer*in solltest du eine Nicht-Zielgruppe definieren

Schreib dir auf, für welche Kund*innen du nicht übersetzen willst. Viele Sprachmittler*innen und andere Freiberufler*innen finden es in der Tat einfacher zu sagen, für wen sie nicht arbeiten möchten.

Befürchtest du, eine falsche Entscheidung zu treffen und dich als Übersetzer*in in einer zu engen Nische zu bewegen, definierst du also am besten erst einmal deine Nicht-Zielgruppe. Dazu kannst du dir zum Beispiel folgende Fragen stellen:

Welche Menschen passen absolut nicht zu dir als Sprachmittler*in? Wem kannst du als Übersetzer*in garantiert nicht helfen? In welchen Gebieten bewegt sich deine Kompetenz als Freiberuflerin gegen null?

Hast du die Antworten zu diesen Fragen auf dem Papier stehen, kannst du bereits eine bestimmte Gruppe von Kund*innen – oder besser Nichtkund*innen – für dich ausschließen.

Hauptzielgruppe, Auch-Gruppe und Beifang

Unter den anderen Menschen, die du für dich als potenzielle Kund*innen nicht ausgegrenzt hast, befinden sich für dich als Übersetzer*in zwei verschiedene Zielgruppen – und außerdem etwas „Beifang“.

Deine Hauptzielgruppe

Nummer 1 bildet für dich als Sprachexpert*in deine Hauptzielgruppe. Bei dieser Kernzielgruppe handelt es sich um deine Wunsch- oder Traumkund*innen, für die du am liebsten übersetzen möchtest und die bei dir als Dienstleister*in am besten aufgehoben sind. Gleichzeitig sollte es sich bei deiner Hauptzielgruppe auch um die Zielgruppe handeln, die für dich das größte Potenzial an Übersetzungen und Umsatz birgt. Auf diese Hauptzielgruppe solltest du als Übersetzer*in deine Angebote ausrichten. Sie solltest du auf Social Media mit deinen Posts und auf deinem Blog mit deinen Artikeln immer wieder ansprechen.

Deine Auch-Zielgruppe

Deine zweite Zielgruppe ist die Auch-Zielgruppe. Das heißt: Bei den Menschen in dieser Gruppe handelt es sich nicht um deine Hauptzielgruppe, jedoch können auch diese Menschen als Kund*innen recht gut zu dir als Übersetzer*in passen. Sie passen zu dir als Sprachmittler*in aus irgendwelchen Gründen zwar nicht hervorragend, gehören aber zu den Auch-Kund*innen. Zum Beispiel weil in dem Bereich für dich als Übersetzer*in weniger Umsatz zu machen ist oder weil dir das Gebiet weniger Spaß macht. Deine Auch-Zielgruppe schließt du nicht aus, da du ihr durchaus helfen kannst und sie insgesamt einigermaßen zu dir passt, aber eben nur einigermaßen.

Beifang

Neben Menschen aus deiner Hauptzielgruppe und deiner Auch-Zielgruppe wird für dich als Sprachexpert*in auch immer etwas Beifang dabei sein. Beim Beifang handelt es sich um Menschen, an die du eigentlich nie gedacht hast und um die du nie bewusst geworben hast. Dennoch melden sich dies Kund*innen bei dir und fragen an, ob du ihnen einen Kostenvoranschlag für eine Übersetzung erstellen kannst. Deine Beifang-Gruppe ist eine recht heterogene. Du kannst sie mit qualitativ hochwertigen Übersetzungen versorgen, hättest aber spontan nie an diese Kund*innen gedacht.

Und jetzt? Fokus auf die Hauptzielgruppe, statt zu versuchen, alle anzusprechen. Auch-Zielgruppe und Beifang finden ganz automatisch zu dir als Übersetzer*in.

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Andrea Halbritter

Andrea Halbritter ist Germanistin mit 2. Staatsexamen und vom Netzwerk Leichte Sprache e. V. zertifiziert. Sie erstellt Texte in Leichter und Einfacher Sprache für NS-Gedenkstätten, Museen, politische Parteien und Gesundheitsbehörden. In den Sprachrichtungen Französisch-Deutsch und Englisch-Deutsch übersetzt Andrea vor allem im Bereich Wein.

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