Wie du als Übersetzer*in Top-Kunden findest

Tafel mit der Aufschrift "Teamwork" und in verschiedenen Farben aufgemalten Personen

Mit Top-Kunden macht das Übersetzen Spaß. Die Zusammenarbeit geht leicht von der Hand. Sie wird gut und pünktlich bezahlt. Als Übersetzer*in oder Texter*in fühlst du dich von deinem Top-Kunden wertgeschätzt. Ihr tickt sehr ähnlich und befindet euch vielleicht sogar auf exakt derselben Wellenlänge.

Mit Flop-Kunden sieht die Geschäftsbeziehung ganz anders aus. Die Beziehung zu einem Flop-Kunden fühlt sich schwer an. Die Kommunikation passt nicht, es kommt immer wieder zu Missverständnissen. An die Bezahlung deiner Rechnungen musst du Flop-Kunden regelmäßig erinnern. Eventuell kannst du das Geld für deine Texte sogar erst nach Monaten eintreiben und musst dafür ein Inkassounternehmen bemühen.

Sicher fragst du dich jetzt, wie du als Übersetzer*in mehr Top-Kunden bekommst. Wenn du diesen Artikel liest, bekommst du wertvolle Tipps! Und du lernst auch, Flop-Kunden zu vermeiden.

Was macht Top-Kunden beziehungsweise Flop-Kunden aus?

Du möchtest herausfinden, was deine Top- und deine Flop-Kunden jeweils gemeinsam haben? Dann schau dir mindestens drei Top- und drei Flop-Kunden genauer an. So kannst du Merkmale ermitteln, die Top- und Flop-Kunden ausmachen. Sicher ist dir diese Liste dabei eine Hilfe:

#1 Geografische Situation

Aus welcher Region stammen deine Kunden? In welchen Städten/Bundesländern/Ländern leben sie beziehungsweise wo ist ihr Business angesiedelt?

#2 Berufliche Situation

Welchen Beruf haben deine Kunden, welche Position haben sie in dem Unternehmen, mit dem du zusammenarbeitest? Wie hoch ist das Einkommen deiner Kunden, wie ist ihr Bildungsstand? Welche Kompetenzen/Befugnisse haben sie in ihrem Unternehmen?

#3 Persönliche Merkmale

Was weißt du über persönliche Merkmale deiner Auftraggeber*innen, zum Beispiel Persönlichkeit, Werte, Charakterzüge, Geschlecht, politische Einstellung, Ziele, Träume, Alter, Familienstand …?

#4 Unternehmenssituation

Wie groß ist das Unternehmen, mit dem du als Übersetzer*in oder Texter*in zusammenarbeitest? In welcher Phase befindet es sich (Gründung, Wachstum …)? Wie hoch ist sein Umsatz/Marktanteil? In welcher Branche ist das Unternehmen, das dich mit Übersetzungen beauftragt hat, unterwegs?

#5 Kontaktaufnahme

Wie haben dich deine Kunden gefunden beziehungsweise du sie? Haben sie über Empfehlung/Social Media/deine Website … von dir und deinen Übersetzungsleistungen erfahren? Oder hast du sie auf einer Messe/einem Networking-Event/einer sonstigen Veranstaltung kennengelernt? Über welche Akquisemethode bist du zu deinen Übersetzungskunden gekommen?

#6 Entscheidung für dich und deine Leistungen

Warum haben sich deine Top- oder Flop-Kunden für dich und deine Leistungen entschieden? Was hat die Kaufentscheidung beeinflusst (Preis, schnelle Lieferung, Telefonat, gleiche Werte …)? Was waren Kaufmotive und Ziele deiner Kunden?

#7 Verlauf der Zusammenarbeit

Wie ist eure Zusammenarbeit verlaufen? Welche Leistung hat der Kunde bei dir bestellt? Wie verlief die Kommunikation? Hatte der Kunde schon Erfahrungen mit anderen Übersetzer*innen oder Texter*innen? Welches Feedback hast du von deinem Übersetzungskunden bekommen? Was für Erwartungen hatte der Kunde? …

Wie du als Übersetzer*in weitere Top-Kunden findest

Ermittle ein Muster für Top-Kunden und Flop-Kunden

Und jetzt verrate ich dir, wie du als Übersetzer*in oder Texter*in weitere Top-Kunden findest. Wenn du dir deine Top- und Flop-Kunden näher angeschaut hast, wird sich ein Muster ergeben. Vielleicht waren deine Flop-Kunden zum Beispiel immer Start-ups aus Frankreich, deren Preisvorstellungen für Übersetzungen im Keller waren. Oder aber es handelte sich um österreichische Hotels im mittleren Preissegment mit weniger als 20 Mitarbeitenden, mit denen du jeweils auf einer Touristikmesse in Kontakt getreten bist.

Eventuell haben deine Top-Kunden andere Punkte gemeinsam. Vielleicht sind es marktführende Großkonzerne in Nordamerika und deine direkten Ansprechpartner*innen sind alle Mitte 30 und Leiter*innen der jeweiligen Marketingabteilung. (Die Beispiele hier sind völlig willkürlich gewählt und gehen nicht auf meine eigene Top- und Flop-Kunden-Analyse zurück.)

Mach dich auf die Suche nach Kunden mit ähnlichen Profilen

Du hast herausgefunden, was deine Top-Kunden gemeinsam haben? Dann gilt es nur noch, Übersetzungskunden mit sehr ähnlichen Profilen zu finden. Für dich als Übersetzer*in gibt es viele verschiedene Methoden, B2B-Lookalikes zu identifizieren. Um potenzielle Kunden zu finden, die Top-Kunden ähneln, kannst du zum Beispiel Google-KI bemühen und gibst ein: „Welche Unternehmen bieten ähnliche Lösungen wie xy?“

In klassischen B2B-Datenbanken kannst du mit Filteroptionen nach ähnlichen Unternehmen suchen. Du bist als Übersetzer*in im Bereich Technik unterwegs? Dann wirst du wahrscheinlich mit spezialisierten Patent-Recherchetools fündig. Und falls du auf LinkedIn unterwegs bist, kannst du mit dem LinkedIn Sales Navigator nach ähnlichen Unternehmen suchen.

Als Übersetzer*in mit Lookalike-Modellen Top-Kunden finden

Du willst es dir die Suche nach Top-Kunden so einfach wie möglich machen? Die bequemste Methode ist, auf KI-gestützte Lookalike-Modelle zu setzen. Dazu brauchst du eine Liste mit mindestens zehn sehr ähnlichen Top-Kunden. Die Liste lädst du im Modell hoch. Das System extrahiert dann gemeinsame Merkmale und durchsucht anschließend Millionen von Unternehmen nach ähnlichen Profilen. Dem KI-Tool gibst du zum Beispiel folgende Anweisung: „Finde die 30 Unternehmen in Deutschland, die den Profilen dieser 10 Firmen am meisten ähneln.”

Und jetzt? Fingers crossed für neue Top-Kunden!

Frau mit schulterlangen blonden Haaren und grauen Strähnen, blauen Augen, Brille und grauem Mantel

Andrea Halbritter

Andrea Halbritter ist Germanistin mit 2. Staatsexamen und vom Netzwerk Leichte Sprache e. V. zertifiziert. Sie erstellt Texte in Leichter und Einfacher Sprache für NS-Gedenkstätten, Museen, politische Parteien und Gesundheitsbehörden. In den Sprachrichtungen Französisch-Deutsch und Englisch-Deutsch übersetzt Andrea vor allem im Bereich Wein.

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