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Als Deutsche während der Corona-Krise in Frankreich (Teil 6)

Grüne Wiesen, bretonisches Dorf, Steilküste

Als Deutsche während der Corona-Krise in Frankreich

Die Eskapaden des Oberfranzosen

Oktober 2020:

Diesen Monat hätte ich fast den Oberfranzosen überfahren. Ihr wisst schon: den Lehrer, der unseren deutschen Schulrucksack so strange fand und der es daher nicht in den elitären Kreis unserer Freunde geschafft hat (mehr dazu in Teil 5).

Ich hatte gerade meine Tochter an der roten Ampel aus dem Auto bugsiert und war, sobald es grün wurde, nach links abgebogen. Und da: Ups, hatte ich schon fast den Oberfranzosen auf dem Kühler. Unverkennbar der Französischlehrer meiner Tochter, zu oft hatte sie ihn zuhause imitiert … Die Mimik bekam kein zweiter hin!

Wer weiß, vielleicht war er ja auch mal länger in England, jedenfalls kam er mir auf der falschen Straßenseite entgegen, weswegen er schier nähere Bekanntschaft mit meinem französischen Luxusgefährt gemacht hätte. Ich betete, dass er mein deutsches Nummernschild nicht näher registrierte. Ansonsten hätte er vermutlich ziemlich schnell verstanden, wer ihn da aufgegabelt hatte …

Gemerkt hatte er anscheinend nichts, jedenfalls berichtete der Tee-Nager von keinen Eskapaden des Professeurs, die auf irgendwelche morgendlichen Abenteuer mit meinem Peugeot schließen ließen. Und auch sonst gab es keine Probleme. Uff!

Mit Holzlatten ausgelegter Weg zwischen Dünen, rechts auch Einfamilienhäuser

Mit dem Tee-Nager im 1-km-Radius unterwegs …

Moderne Straßenräuber

Lockdown Nr. 2 ist da! Mein Strafzettel aus dem Sommerurlaub findet mich trotzdem. Die Post scheint dieses Mal problemlos zu funktionieren. Das ist ja schon mal was!

75 €, da bei erlaubten 80 km/h im Sommer südlich von Paris 5 km/h zu schnell unterwegs gewesen. Ich hole meine Tochter von der Schule ab und düse mit ihr zum Tabakwarenladen: “Muss meinen Strafzettel bezahlen …”

Der Teenager staunt: “Bist du vor dem Laden zu schnell gefahren und deswegen kriegen die jetzt Kohle?” Ähm, nein, schön wär’s. So wie die bei uns in der Straße daherbrausen, wäre ich schon Millionär, wenn das so liefe.

Rein ins Geschäft. Natürlich mit Stoffmaske, die sind inzwischen überall vorgeschrieben bei uns. Ob im Freien oder drinnen. Andere Masken habe ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Vor mir einer, der ganz gemütlich seine Lotterielose freirubbelt. Hinter mir drei. Der mit den Losen ist alkoholisiert und trägt die Maske unter dem Kinn. Nicht einmal ein Nasenpimmel! Beim Abgeben labert er die Frau an der Kasse voll … Aerosolausstoß garantiert! Dann dreht er sich um, kurz vor der Ausgangstür setzt er seine Maske korrekt auf. Wieder einer, der alles verstanden hat … Äh nicht! Ich bezahle meinen Strafzettel per Karte. “Heben Sie die Quittung gut auf! Nicht dass die nochmal auf der Matte stehen. Hatten wir alles schon.”

Strand mit etwas Wasser und Schaumkrone

Trotz Lockdown ganz viel Meer …

Dann erkläre ich dem Tee-Nager, dass das Geld nicht dem Tabakladen zugute kommt, sondern Vater Staat.

Unseren 1-km-Radius haben wir auch zurück. Und für jeden Weg außer Haus muss ein Passierschein ausgefüllt werden. Auch wenn ich meine Tochter zur Schule fahre und dort wieder abhole. Schulbus ist für uns immer noch tabu. Den Virencocktail geben wir uns nicht, zumal wir immer wieder Busse überholen, in denen mindestens fünf Kinder sitzen, die keine Maske tragen. Manchmal hat noch nicht einmal der Fahrer den Schnutenpulli korrekt auf.

Nach zehn Tagen lasse ich das mit dem Passierschein. Bürokram mochte ich noch nie und dieses spezielle Formular führt bei mir mittlerweile zu Beklemmungen. Ich trage meine Maske, halte in etwa den Radius ein, Abstand sowieso. Wenn den einer nicht respektiert, dann in der Regel Jogger. Für die gelten wohl andere Regeln, ähnlich wie für Mercedes-Fahrer im Verkehr …

In Geschäften und Schulen sind nun chirurgische bzw. FFP2-Masken Vorschrift.

Die Zahlen sinken …

Dezember 2020:

Mit unserem neuerlichen Lockdown haben wir es geschafft, trotz Präsenzunterricht in voller Klassenstärke die Zahlen so zu senken, dass es über Weihnachten ein paar Lockerungen gibt. In unserer Gegend liegen sie nur noch bei etwas über 50. Damit sind wir allerdings schon fast die französischen Musterschüler. In den meisten anderen Départements gibt es erheblich mehr Covid. Der Radius erhöht sich auf 20 km und mit ein paar weiteren Leuten darf gefeiert werden.

Wir nutzen die Zeit vor allem für etwas weitere Ausflüge. Mal wieder nach Piriac zum Wandern, nach La Turballe und Quimiac. Weihnachten feiern der Tee-Nager und ich zu zweit. Mit Raclette, die Verwandtschaft in Deutschland ist teils per Skype dabei.

Weg am Atlantik

Weite genießen in Pen Bron

Die Briten haben Gesellschaft bekommen …

Januar 2021:

Mitte oder Ende Januar (mein Zeitgedächtnis verlässt mich allmählich) verkündet Castex, der französische Obermanitou, das Ende des Lockdowns. Obwohl sich die Zahlen über die Feiertage wieder nach oben gehangelt haben. An unserer Kante bewegen sie sich schon wieder auf die 90 zu. Ich habe ein ungutes Gefühl. Lieber noch etwas durchhalten und Corona ein für alle Mal den Garaus bereiten … Derweilen rufen fast alle anderen nach Öffnungen: Restaurants auf! Cafés auf! Kinos auf! Fitnesscenter auf! Alles auf! Ganz soweit kommt es aber nicht …

Am 14. Januar steht die südafrikanische Mutation quasi vor der Tür. Der frankreichweit erste Fall wird in Nantes verzeichnet. Bis zur ehemaligen Hauptstadt der Bretagne sind es von uns aus nur knappe 80 km … Britische Mutationen haben wir schon länger, wenn auch noch relativ wenige.

Am 15. machen wir uns in die Vendée auf. Während sich die Lehrer meiner Tochter mit dem Thema Distanzunterricht anfreunden und die Kids schulfrei haben, heißt es für uns bei herrlichem Wetter auf nach Noirmoutier. Auf der Insel waren wir schon mindestens zwei Jahre nicht mehr! Sie ist angenehm leer …

Kleine Segelschiffe bei Ebbe im Hafen

Segelboote in Noirmoutier-en-l’Île

Autopanne

Nach einem wunderbaren Tag beginnt mein Auto etwa 50 km vor unserem Domizil ganz tückisch zu blinken. Sicher die Rache des Französischlehrers! Keiner entkommt seinem Karma, auch keine deutsche Mutter, die es mit ihrem Töchterlein in die Bretagne verschlagen hat. Wenigstens befinden wir uns in etwa 500 m Entfernung von einer Autowerkstatt, die noch geöffnet hat. Es ist 18.20 Uhr und schon dunkel. In der Werkstatt alle unvermummt. Herrgott, ich bin Risikogruppe! Können die unbesorgten Bürger endlich mal ihre Aerosole bei sich behalten?!? Ins Empfangsbüro will ich nicht eintreten. Die Herrenriege ignoriert uns gekonnt, obwohl der Teenager in seinem pinken Anorak unübersehbar ist. Ich bin heute ausnahmsweise in Tarnfarben unterwegs.

Nach 15 Minuten schließlich der Chef: “Kommen Sie morgen wieder. Wir schließen!” Ich fasle etwas von seltsamer Warnleuchte, Panne usw. Augenaufschlag. Ob ich noch bis Pornichet komme? Freundlicherweise wirft er einen kurzen Blick in den Motorraum: “Mit dem Fahrzeug können Sie nicht mehr fahren.” Hotels vor Ort oder irgendwelche anderen Übernachtungsmöglichkeiten gibt es natürlich auch nicht. Wegen Corona hat alles zu. Ein Leihfahrzeug? Non plus ! Schließlich meint er: “Ist die Kühlung. Drehen Sie das Gebläse auf Maximum. Dann schaffen Sie es noch 50 km.” Gesagt, getan!

Zuhause fallen wir erleichtert auf die Couch und etwas später in unsere Betten. Kaum ist das Auto in der Werkstatt, erwartet uns das nächste Unglück: Kabelbrand in der Küche …

Kaimauer, Sumpfgebiet auf Noirmoutier

Jetée Jacobsen, Noirmoutier

Katastrophenalarm …

Februar 2021:

Zu Autopanne und Kabelbrand gesellen sich nun auch ein Wasserrohrbruch und eine verstopfte Kanalisation … Wenn der Wurm mal drin ist bzw. die Kacke in der Schüssel … Alte französische Bude halt. Wer mal in Frankreich gelebt hat, weiß sicher, wovon ich rede …

Damit die Toilette wieder zu benutzen ist, müssen wir im Garten graben, wo wir feststellen, dass die Verbindung von Klo zu Kanal aus einem Rohr besteht, das eigentlich für Lüftungen verwendet wird und daher zahlreiche Rillen hat … Weiter ausmalen möchte ich euch die Bescherung jetzt nicht. Jedenfalls überließ ich das Freiräumen des Rohrs dem eilig herbeigerufenen Klempner und begnügte mich damit, ihm Spaten, Schaufel, Eimer usw. zu reichen …

Schneebedeckte Villa am Strand von Pornichet

Villa am Strand von Pornichet

Parallel dazu gab’s mal wieder eine Corona-E-Mail aus der Schule. Betroffen waren zwei oder drei Klassen, darunter auch die Parallelklasse vom Tee-Nager. Zeit hochzurüsten … In der Apotheke bedarf es allerdings sämtlicher Überredungskünste meinerseits, um der Dame, die mich bedient, eine Packung FFP2-Masken abzuluchsen. Bei uns an der Kante sind die nämlich immer noch Mangelware …

So ausgestattet hole ich den Tee-Nager auf Anraten meines Arztkumpels mit weit geöffneten Autoscheiben ab.

Dann boykottieren wir Schule erst einmal ein paar Tage. Sollen die sich ruhig mal alle testen, bevor sie uns ihre Viren aufhängen … Wenn sich in der Parallelklasse britische Mutanten tummeln und ein paar Klassen darüber brasilianische, wer weiß, wo da sonst noch Viren unterwegs sind! Die Schule versucht, mich einzuschüchtern … Schulpflicht, Bildung, blablablubb. In der Schule steckt sich keiner an und so weiter. Mama bleibt hart. Lieber eine Ehrenrunde als die Radieschen von unten … Zudem berichten mir befreundete Lehrerinnen immer wieder, dass an ihren Schulen im Lehrerzimmer grundsätzlich keine Masken getragen werden. Leute, so wird das nichts mit dem Ende der Pandemie …

Am 11. Februar schüttelt Frau Holle in La Baule und Pornichet die Betten aus … Das Ergebnis: Schnee, der sogar zwei Tage liegen bleibt. Das war hier schon jahrzehntelang nicht mehr der Fall!

Schneebedeckte Düne, Meer und Mann mit Hund

Weiße Pracht am Strand von Pornichet

Urlaub bei Quarkdenkern

März 2021:

Zwei Wochen Clusterferien! Da ich von 4 Monaten Wahlkampf und etwa 40 getexteten bzw. übersetzten Wahlprogrammen ziemlich platt bin, beschließe ich feierlich, mir einen Urlaub zu genehmigen.

Wie im letzten Juni machten wir uns an den äußersten Zipfel der Bretagne, ins Finistère, auf. Dieses Mal aber an die Küste nach Plozévet.

Gemietet haben wir dort das Ferienhaus einer deutschen Facebookfreundin. Quasi zum Alleinerziehendentarif … Das Haus ist groß und von der Terrasse aus können wir sogar das Meer sehen. Der Empfang mutet für meine aufgeklärten Ohren etwas strange an: “Na, Sie kommen doch aus Bayern? Hat Sie der Söder denn rausgelassen? Die machen ja einen Terz mit dem Corona …” Schneller, als uns lieb ist, sind wir dem fürchterlichen Coronageschwurbel einer deutschen Auswanderin ausgesetzt, die für meine Bekannte den Hausservice übernommen hat. Natürlich ist auch sie völlig unvermummt, heißt: Noch nicht einmal am Kinn baumelt ein Schnutenpulli. Nichts, nada, niente. Dafür weiß sie “alles” über Bill Gates. Glaubt sie jedenfalls …

 

Schmaler Wanderweg große Wellen bretonische Häuser

Urlaub in Plozévet

Um Himmels Willen!

Während der Hausbesichtigung reiße ich die Fenster auf. Wenn schon keine Maske, dann wenigstens Luft. “Um Himmels Willen! Machen Sie sofort die Fenster zu!!! Was meinen Sie, was Sie da Heizung brauchen???!!!???” Sie verrammelt alles. Ich bete: “Bitte, lieber Herr, lass sie kein Corona haben.” Blöderweise stellt der Tee-Nager genau in dem Moment fest, dass die Bude einen Fernseher hat: “Können Sie mir erklären, wie der funktioniert???”

Wieder ein paar Minuten mehr. Nach 20 Minuten ist die Mutti im Auto und düst in ihre Schwurblerbude ab. Nicht ohne einen letzten Verweis auf mein Immunsystem … Nur nicht aufregen, die Übersetzerin ist im Urlaub! Und der wird ganz relaxed!

Wir bleiben 10 Tage. Bis auf einen Tag verwöhnt uns das Wetter mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und wenig Wind. Jeden Tag wandern wir zwischen 16 km und 20 km. Der Tee-Nager läuft ohne großes Murren mit, wenn er abends zwei Stunden vor die Glotze darf und der Rucksack ausreichend Verpflegung bereithält.

Masken trägt im Finistère kaum jemand, jedenfalls nicht im Freien. Zur Wohnungsabnahme rüsten wir uns ob Madame Quarkdenker mit FFP2 aus. “Nun nehmen Sie doch mal die Maske ab! Ich versteh Sie ja kaum!” Schon befinden wir uns wieder am Anfang einer Covid-Diskussion, die ich aber gekonnt abwürge: “Ich bin nicht hier, um mit Ihnen über Coronamaßnahmen zu diskutieren. Ich will lediglich meine Kaution zurück.” Die Maske nehme ich natürlich nicht ab.

Weißes bretonisches Haus mit blauen Fensterläden vor Felsen

Plozévet

Partytime

Nach den Ferien geht’s wieder in die Schule. Keine 4 Tage später die nächste E-Mail: 7 Klassen müssen geschlossen werden. Britische, südafrikanische und brasilianische Mutanten. Im angrenzenden Saint-Nazaire ein ähnliches Problem an den Gymnasien und Berufsschulen.

Schnell finde ich heraus, wie es dazu gekommen ist. Die Ferien haben einige Schüler dazu genutzt, zu 45 eine Party zu veranstalten. Wenn schon, denn schon! Quasi wie früher die Masernpartys, die ich auch schon nicht gut fand.

Die Schule geht damit recht offen um. Alle Eltern werden informiert. Kontaktpersonen werden zum Test gebeten, der aber nicht überprüft. “Eine eidesstattliche Erklärung reicht uns.” Not so sorry, mir nicht! Wenn ihr jetzt meint, dass ich irgendwelchen Eltern vertraue, die ihren Kids während einer Pandemie für 45 Partygänger eine Location zur Verfügung stellen, dann habt ihr euch aber geschnitten …

Schulboykott II. Oder sind wir schon bei Schulboykott III.? Langsam komme ich mit dem Zählen nicht mehr mit!

Unbesorgte Bürger

Eine andere Mutter: “Ich verstehe gar nicht, wieso Sie sich jetzt so aufregen. Ist doch keiner gestorben auf der Party!”

Mir reicht es gewaltig. Wie bescheuert kann man denn eigentlich sein?

Wieder bleiben wir etwa zehn Tage zuhause. Dann wieder drei Tage Schule … Ab und zu kann man ja mal aufschlagen und hoffen, dass sich was verbesser… Weit gefehlt! Die nächste E-Mail ist schon unterwegs: “Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass sich nunmehr der erste Schüler nachweislich in der Schule angesteckt hat.” In der Kantine …

Gleichzeitig lockert der Gesundheitsminister das Hygieneprotokoll. Sport ist jetzt wieder in der Halle möglich. Natürlich ohne Maske. Soll ja keiner ersticken dabei. Das machen wir lieber im Krankenhaus oder daheim im Bett, wenn im Krankenhaus kein Platz mehr ist. Ach ja, ins Schwimmbad geht es demnächst auch …

Der Schulboykott weitet sich zum Dauerboykott aus, zumal der Tee-Nager es jetzt auch mit der Angst bekommt: “Die machen jetzt mittags Fotos von uns, um festzustellen, wer neben wem saß …”

“Nein, meine Tochter kommt nicht mehr. Nein, sie ist nicht krank.”

Unsere eigene Mutation haben wir jetzt auch in der Bretagne. Nein, darauf sind wir nicht stolz. Nein, wir wollen keine pro bretonischem Département, wie manche frotzeln.

Ich beginne, mich intensiv um einen Impftermin zu bemühen. Mein Arzt macht mir wenig Hoffnungen. AstraZeneca ist für meine Altersgruppe aus dem Spiel, Impfstoff von Biontech kaum da. Ja, meine Prio (ü50 mit Vorerkrankungen) sei schon dran jetzt. Ich verbringe Stunden damit, online nach einem Impfzentrum zu suchen, das für meine Prio Impfstoff da hat. Nichts, nada, niente. Schließlich habe ich über die Telefonhotline Glück. Natürlich mittags, wenn halb Frankreich isst. Wie weit ich denn fahren würde? “250 km einfach, wenn es sein muss.” Die Dame am anderen Ende wird in 100 km Entfernung fündig. Vor Ende April ist aber nichts zu machen …

Ein paar Tage später wendet sich das Blatt. Plötzlich stehen für meine Prio sehr viele Termine zur Verfügung: Savenay, Blain, Vallet, Châteaubriant, Nantes, Ancenis …

Ich entscheide mich für den frühestmöglichen: Blain am 6. April in nicht ganz 60 km Entfernung …

Andrea Halbritter vor einem Kalvarienberg

Übersetzerin vor Kalvarienberg

#BlanquerDemission

Gleichzeitig treibe ich andere Eltern auf, die mit der französischen Schüler-in-die-Schulen-Politik ebenso unzufrieden sind wie ich. Die Inzidenzen erreichen teils fast 800, in unserer Gegend 300. Zum Großteil bei Unterricht in voller Klassenstärke. Noch weitere Politik-Enttäuschte zu finden ist nicht schwer: Ärzte, Pflegekräfte, Lehrer …

Auf Twitter heizen wir dem französischen Kultusminister gewaltig ein: #BlanquerDemission #BlanquerOut #BlanquerSors #BlanquerDegage

Nach nur drei Tagen schaffen wir es in alle großen Tageszeitungen. Nach etwa drei weiteren Tagen verkündet die französische Regierung, die Frühjahrsferien vorzuziehen, alle Schulen eine weitere Woche zu schließen, manche Schulen zwei.

Uff! Erst einmal vier Wochen Verschnaufpause! Distanzangebote existieren, scheitern aber meist an der Technik: überlastete Portale, nicht funktionierende Links … Derzeit unterrichte ich den Tee-Nager jeden Tag drei bis vier Stunden selbst …

Der Radius liegt jetzt frankreichweit bei 10 km. Ich habe eine Ausnahmegenehmigung, da ich momentan an einem Reiseführer schreibe …

Fortsetzung folgt!

 

Fotos: © Andrea Halbritter

Zu den anderen Teilen meines Coronatagebuchs geht es hier:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

 

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