Welches Wort soll dich durch 2026 begleiten?

Tafel mit der Aufschrift "Teamwork" und in verschiedenen Farben aufgemalten Personen

Zu Beginn eines neuen Jahres ist es für Freiberufler*innen wichtig, Klarheit zu gewinnen. Möglich ist dies zum Beispiel mit Fragen, die du dir zum Jahresbeginn stellst. Nützlich kann auch sein, dein Jahr als Texter*in oder Übersetzer*in unter ein „Motto“ zu stellen. Ich habe mehrere Sprachmittler*innen und Autor*innen in meinem Umfeld gefragt: Welches Wort soll dich durch das neue Jahr begleiten? Und natürlich habe ich mir selbst auch ein Wort ausgesucht, das 2026 für mich eine besondere Bedeutung haben soll.

Welches Wort wird für dich 2026 besonders wichtig?

#1 Zuversicht (Übersetzerin und Dolmetscherin Katarina Rohsmann)

Übersetzerin Katarina Rohsmann arbeitet in Wien in den Bereichen österreichisches Recht, Politik und Geschichte. Die Freiberuflerin überträgt Texte aus den Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch ins Deutsche. Vom Deutschen aus übersetzt Katarina außerdem ins Englische.

Mein Wort für 2026: Zuversicht

Als Quereinsteigerin im Übersetzen und Dolmetschen habe ich die guten alten Zeiten nie selbst kennengelernt – sehr wohl aber die Nachteile des Angestelltendaseins. Nach vier Monaten Selbständigkeit bin ich heute zuversichtlich. Und ernte dafür manchmal fragende Blicke. Warum?

Zuversicht trotz Berufseinstiegs als Übersetzerin

Sind meine Auftragsbücher etwa jetzt schon prall gefüllt? Nein. Dass der Berufseinstieg einige Zeit dauert, war mir immer klar. Und das ist nicht erst seit gestern so. Aber die Anfragen und Aufträge, die ich bekomme, passen genau zu meiner Expertise. Ich habe nicht nur Fachübersetzen, sondern davor auch Rechts- und Politikwissenschaft studiert und ein halbes Berufsleben lang Erfahrung in diesen Bereichen gesammelt. Das wissen meine Kund*innen zu schätzen. Denn die Kombination aus Fach- und Sprachexpertise ist nach wie vor gefragt und nicht durch eine „sogenannte künstliche Intelligenz“ (so die Wortwahl des österreichischen Obersten Gerichtshofs) ersetzbar.

Übersetzen und Dolmetschen – ein Beruf mit Zukunft

Die Welt hat sich weitergedreht, seit ich vor über 20 Jahren ins Berufsleben eingestiegen bin. Damals waren die Häuser in Wien noch grau und das Internet langsam. Eine meiner ersten Stellen habe ich „wegen meiner guten Sprachkenntnisse“ bekommen (die heute als selbstverständlich vorausgesetzt werden). Dank ihnen konnte ich die Presseaussendungen meines Arbeitgebers ins Deutsche übersetzen. Manche Übersetzer*innen hatten noch mit dem Geschäftsmodell „Hotmail-Adresse + Mundpropaganda“ Erfolg. Und nicht wenige Unternehmen ließen ihre Bürokorrespondenz professionell übersetzen. Diese Zeiten sind vorbei. Und trotzdem sehe ich in meinem Beruf eine Zukunft.

Positives Denken als Erfolgsrezept

Mein Erfolgsrezept: Ich denke positiv, strategisch und pragmatisch. Denn gerade in schwierigen Zeiten kostet das Schwarzsehen unnötig viel Energie. Lieber orientiere ich mich an denjenigen, die die Zukunft zumindest vorsichtig optimistisch sehen. Außerdem zeigt mir der Blick über den translatorischen Tellerrand, dass das Gras in anderen Bereichen auch nicht grüner ist. Und die Sicherheit einer Festanstellung ziemlich trügerisch sein kann.

Ziele für das neue Jahr

Mein wichtigstes Ziel für 2026: die Zertifizierungsprüfung als allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Dolmetscherin für die englische Sprache. Damit bin ich in Österreich zugleich berechtigt, beglaubigte Übersetzungen anzufertigen.

Außerdem möchte ich 2026 weniger über die schöne neue Welt der glänzenden Tools hören und mehr darüber, wie wir uns besser positionieren können, ohne unsere Kerntätigkeit an solche Tools auszulagern. Zum Beispiel durch mehr Sichtbarkeit, Expert*innenwissen und Zuversicht.

#2 Leichtigkeit (Autorin und Content Managerin Julia Stüber)

Julia Stüber arbeitet im Großraum Köln-Bonn als Content Managerin, Bloggerin und Autorin. Spezialisiert ist sie auf britische Kultur, Urban Fantasy sowie chronische Erkrankungen, über die sie in zahlreichen Ratgebern informiert.

Leichtigkeit – mein Wort für 2026

Mir ist bewusst, dass dieses Wort leicht missverstanden werden kann. Ich meine damit kein oberflächliches „Alles easy“ – denn das ist mit chronischen Erkrankungen schlicht und ergreifend nicht möglich. Genau deshalb bezieht sich mein Wort des Jahres nicht nur auf meinen Beruf als Content Managerin, sondern auf mein gesamtes Wirken als Autorin, Bloggerin und auf mein Leben.

Leichtigkeit als Arbeitsprinzip

Leichtigkeit ist für mich kein passiver Zustand, der einfach eintritt. Sie entsteht durch bewusste Entscheidungen. Für mich bedeutet das: Klarheit gewinnen, mich auf das Wesentliche reduzieren und tragfähige Strukturen schaffen. Das heißt nicht, es sich bequem zu machen oder beliebigen Content „mal eben schnell“ zu produzieren. Im Gegenteil: Es geht um Qualität durch Fokus.

Was Leichtigkeit konkret bedeutet

  • Nachhaltiger Content: Ich konzentriere mich auf Texte, die Bestand haben. Ein durchdachter Blogbeitrag darf als Instagram-Post, LinkedIn-Impuls und Newsletter-Thema weiterleben – und vielleicht später als Kapitel in einem meiner Bücher. Das ist effizient und schont meine begrenzten Ressourcen.
  • Klare Kommunikation: Leichtigkeit bedeutet hier, Grenzen zu ziehen und realistische Erwartungen zu haben – vor allem an mich selbst. Durch ME/CFS habe ich das mühsam gelernt; 2026 darf diese Klarheit zur Gewohnheit werden.
  • Das Jongleur-Prinzip: Ich möchte meine verschiedenen Projekte und Ideen wie ein Jongleur in der Luft halten. Die Leichtigkeit entsteht dabei aus der Beherrschung der Technik und dem Rhythmus. Meine Positionierung ist dabei der Rahmen, der alles zusammenhält und ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Raum für Tiefe

Auch mein Schreiben darf Leichtigkeit erfahren. Gute Texte brauchen – genau wie unser Nervensystem – Raum statt Dauerstress. Nur so entstehen Tiefe und Gefühl. Davon profitieren sowohl meine Kundinnen und Kunden als auch die Leser*innen meiner Bücher.

Mein Maßstab für 2026

Ich möchte 2026 nicht mehr schaffen oder schneller arbeiten. Ich möchte passender arbeiten – für mein Gegenüber und für mich selbst. Leichtigkeit ist für mich der Weg, meine Ambitionen mit meinen Bedürfnissen als chronisch Kranke in Einklang zu bringen.

#3 Premiere (Übersetzerin und Texterin Andrea Halbritter)

Frau mit schulterlangen dunkelblonden Haaren und Brille in einem Café. Die Frau trägt einen Malerkittel, für ihr steht eine Vase mit 2 Rosen.

Ich, Andrea Halbritter, wohne in Augsburg und in der Südbretagne. Vom Französischen und Englischen übersetze ich hauptsächlich in den Bereichen Wein, Erinnerungskultur und Tourismus ins Deutsche. Außerdem erstelle ich Texte in Leichter Sprache und Einfacher Sprache.

Mein Wort für 2026: Premiere

Mein Wort des Jahres heißt Premiere. Für mich ist es wichtig, immer in Bewegung zu bleiben, Neues zu lernen und zu erleben. Wahrscheinlich habe ich deshalb auch schon drei Berufsausbildungen hinter mir und bin jahrzehntelang in mehreren Berufen gleichzeitig tätig gewesen: als Lehrkraft, Übersetzerin, Texterin, Museumspädagogin und Bäckereiverkäuferin.

Und vermutlich habe ich aus demselben Grund in vier verschiedenen Ländern gelebt, davon 15 Jahre in Frankreich. Mein Motto lautet: Wer fortwährend lernt, bleibt offen und geistig beweglich. Den Horizont konstant zu erweitern und mit neuen Erfahrungenz zu “füttern”, macht das Leben für mich spannend.

Sich immer wieder neu erfinden

Die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu erfinden, ist für Selbstständige ein Muss: erspüren, was der Markt braucht, Leistungen an die Bedürfnisse von Kunden anpassen, Lösungen für vorhandene Probleme bieten … In Zeiten von KI ist dies gerade für Übersetzer*innen besonders wichtig.

Jede Veränderung bringt Premieren mit sich. Durch 2026 sollen mich mehrere Premieren begleiten. Schon seit längerem hatte ich den Wunsch, auch Kinder- und Jugendbücher in Leichte und Einfache Sprache zu übersetzen. Im Herbst 2025 bin ich mit der ersten Übersetzung eines Bilderbuchs in Leichte Sprache gestartet. Derzeit “liegt” das Buch bei der Zeichnerin, die Veröffentlichung steht für 2026 an. Ich bin schon sehr gespannt!

Was braucht der Kunde?

Spannend fände ich, auch ein Jugendbuch in Leichte Sprache zu übertragen oder Kurzgeschichten für Erwachsene. Es muss sich auch nicht unbedingt um Übersetzungen handeln. Tatsächlich habe ich auch einige selbst geschriebene Texte auf “Lager”. Eine von mir auf Französisch geschriebene Kurzgeschichte wird 2026 in einem Sammelband erscheinen.

Außerdem bastle ich seit ein paar Wochen an neuen Dienstleistungen für Politiker*innen und im Sommer 2026 halte ich in München meinen ersten Tagesworkshop zu Leichter Sprache. Bisher war ich in kürzeren Formaten unterwegs. Vielleicht hast du ja sogar Lust, dabei zu sein?

Für regelmäßige Übersetzungsaufträge die Kundenbindung stärken

Neuheiten gibt es auch auf meiner Website: Damit sich potenzielle Kunden ein besseres Bild von den Leistungen machen können, die ich für sie erbringen kann, sind auf meiner Referenz-Seite nun auch Arbeitsproben einsehbar. Mit langjährigen Kunden habe ich Termine in Präsenz sowie online vereinbart, um die Kundenbindung zu stärken, Feedback zu erfragen und in Erfahrung zu bringen, was gebraucht wird.

Meine ersten Male sollen sich jedoch nicht nur auf die Arbeit als Übersetzerin und Texterin beschränken. 2026 möchte ich auch mindestens eine Gegend in Europa kennenlernen, in die ich bisher noch nicht gereist bin. Und mal schauen, was ich noch so alles ausprobiere! 😉

#4 Mitdenken (Übersetzer und Dolmetscher Steffen Walter)

Mann mit hellem Hemd, Brille, grauen Augen und sehr kurzen Haaren

Steffen Walter ist Übersetzer und Dolmetscher. Der Freiberufler aus Falkensee in Brandenburg übersetzt in den Sprachrichtungen Englisch-Deutsch und Französisch-Deutsch. Seine Schwerpunkte sind die Baustoff-/Betonfertigteil-Industrie, Finanz-/Kapitalwirtschaft und Kardiologie/Herzchirurgie.

Mitdenken als wichtigstes Wort für 2026

Meine Tätigkeit als Konferenzdolmetscher und Fachübersetzer für Englisch und Französisch folgt der Maxime des Mitdenkens. Das mag trivial klingen, doch derartige Brücken von der Ausgangs- in die Zielsprache zu bauen ist weit mehr als nur ein mechanischer Wortübertragungsprozess. Denn dabei muss ich das eigentlich Gemeinte (das häufig nur „zwischen den Zeilen“ steht) sowie Kontext, Zielgruppe und Verwendungszweck des ausgangs- und zielsprachlichen Materials gleichermaßen berücksichtigen.

Hinzu kommen das nötige Hintergrundwissen und die Vertrautheit mit der Ausgangs- und Zielkultur. Gerade in unserer Zeit, in der maschinelle Übersetzung und KI-Tools immer leistungsfähiger werden, kommt es umso mehr auf die Grundhaltung des Mitdenkens an: Ist die Terminologie konsistent? Gibt es schon im Ausgangstext Logikfehler? Oder hat eine KI Inhalte gar frei erfunden oder nichtssagenden „Slop“ produziert?

Menschliche Intelligenz muss die Prüfinstanz sein

Doch ob KI zum Einsatz kommt oder nicht: Entscheidende Prüfinstanz bleibt stets die menschliche Intelligenz. Sie erkennt Nuancen, Doppeldeutigkeiten, kulturelle Spezifika und unausgesprochene Botschaften, die sich niemals in ein automatisiertes Schema pressen lassen. Als mitdenkender Übersetzer (und Dolmetscher) hinterfrage ich Formulierungen, überprüfe Annahmen und verhindere präventiv mögliche Missverständnisse.

Indem ich dem Kunden diesen Mehrwert vermittle, übernehme ich auch besondere Verantwortung für mein Arbeitsergebnis. Dabei geht es nicht nur um die rein sprachlich korrekte Übertragung – das wäre eher Mittelmaß als Top-Qualität –, sondern auch um Stimmigkeit: Passt die Tonalität zur Marke? Entspricht die Terminologie den Gepflogenheiten der Zielgruppe? Sind rechtliche, technische oder kulturelle Besonderheiten angemessen berücksichtigt?

MI-Siegel statt KI-betreutes Denken

Nur als Mensch, der über das hierfür nötige Fachwissen und Urteilsvermögen verfügt, kann ich diese Fragen zuverlässig beantworten. Dagegen kann KI den Arbeitsprozess bestenfalls unterstützen. Als mitdenkender Übersetzer nutze ich derartige Tools bewusst – sofern dem mit Kunden getroffene vertragliche Vereinbarungen nicht ohnehin entgegenstehen. Ich schalte meinen Verstand nicht aus, tappe also nicht in die Falle des inzwischen weit verbreiteten „KI-betreuten“ Denkens.

In der Kundenbeziehung schafft eigenständiges Mitdenken Augenhöhe und steigert die Ergebnisqualität, denn als Übersetzer bin ich zwangsläufig der aufmerksamste Leser des Ausgangsmaterials. Den Kunden kann ich bereits im Bearbeitungsprozess auf Unstimmigkeiten hinweisen.

Kurzum: Mitdenken führt zu mehr Sicherheit, höherer Qualität und stärkerer Wirkung des „Endprodukts“. Nach außen kommuniziere ich diese Philosophie durch das MI-Siegel.

#5 Wide (Autorin und Übersetzerin Fay Abernethy)

Frau mit schulerlangen braunen Haaren, dunkelbraunen Augen und weiß-grünem Pullover. Die Frau steht vor einem Baum in einem Laubwald.

Ingenieurin Fay Abernethy lebt in Ulm und übersetzt in den Bereichen Engineering, Fertigung und Technologie vom Deutschen ins Englische. Ferner schreibt Fay Science-Fiction-Romane, ein Bereich, in dem sie auch gern übersetzen würde. Derzeit befindet sich die Freiberuflerin außerdem in einer Fortbildung zur Lektorin.

Mein Wort für 2026: wide

My word is WIDE.

“Wide” is a term indie authors use to say their ebooks are not exclusive to Amazon.

Newbie self-published authors are encouraged to join Amazon’s Kindle Select programme, which offers favourable conditions within the Amazon ecosystem – including participation in the Kindle Unlimited subscription service. The downside: your ebooks are only available via Amazon and your author business is at the mercy of a single company and its changing algorithm.

Als Autorin weg von Amazon

“Going wide” means sacrificing some Amazon royalties and visibility to build a more sustainable business. The upside: your ebooks are available anywhere you want them to be. This is more to manage, but if Amazon goes down / changes something / locks your account, people can still buy your books.

I’m taking my books wide right now. They should all be available on most platforms (including libraries, upon reader request) by the end of January 2026. Here’s an overview.

And that’s why “wide” is my word for 2026.

Ein stabileres Business durch Diversifizierung

I want to spread my risks and make my whole business more resilient.

I LOVE translating, but our profession is going through turbulent times. So I’m diversifying my offer by doing a formal copyediting qualification with the UK’s Chartered Institute of Editing and Proofreading. Going “wider”, as it were.

I’m hoping this will allow me to find additional interesting work while I continue to support my translation clients. Ultimately, I want to use these new skills to help other indie authors prepare their work for publication.

Sich als Person vermarkten

At the same time, after reading AI Resilient by fellow translator Joachim Lépine, I’ve started marketing myself as a whole person. Previously, I’d been presenting “Fay Abernethy, Translator” and “Fay Abernethy, Author” as two separate entities. With copyediting in the mix, this has become unsustainable. Plus, my business areas are in complementary fields, so it makes sense to show them together. Covering a “wider” area, as it were.

I feel this is already paying off. Once I’m a qualified copyeditor, I look forward to updating my author website with a “services for writers” tab!

#6 Résistance (Übersetzerin Catherine Roy)

Ältere Frau mit schulterlangen hellblonden Haaren und dunkelblauen Augen. Sie trägt einen mintfarbenen Pullover und steht vor einer Bücherwand.

Catherine Roy lebt in der Nähe von Vannes in Frankreich. Die Bretonin übersetzt aus den Sprachen Englisch und Deutsch in ihre Muttersprache Französisch. Die Spezialgebiete von Catherine sind Luftfahrtindustrie, Baubranche und Tourismus/Gastgewerbe.

Résistance: mein wichtiges Wort für 2026

Im Übersetzerberuf bedeutet Résistance vor allem, Sprache zu verteidigen und dabei nicht zu vergessen, dass sie mehr ist als das Produkt von irgendwelchen Algorithmen. Résistance besteht aus Ablehnung, Akzeptanz sowie Anpassung und nicht aus Aufgeben: standardisierte, automatisierte Sprache ablehnen, an der Menschen nicht maßgeblich beteiligt waren.

Authentische, stilvolle Übersetzungen statt KI

Anbieten werde ich dagegen authentische, stilvolle Übersetzungen, die auf Nuancen achten und dem Ausgangstext treu bleiben – gleich einem Maler, der seine Farben mischt, bis sich das Blau ergibt, das sich sein Kunde wünscht.

Um Kunden für handwerkliche Übersetzungen zu finden, werde ich 2026 meine Zielgruppe neu definieren und meine Art der Akquise verändern. Gleichzeitig heißt dies für mich auch, mein Wissen und meine Kompetenzen zu erweitern, um Spitzenübersetzungen anzubieten.

Einen Berufswechsel ablehnen

Ablehnen bedeutet für mich, mich weiterzuentwickeln und nicht meinen Beruf zu wechseln, wie erst kürzlich von einer Beraterin auf Social Media vorgeschlagen. Diese riet Übersetzer*innen dazu, künftig als Kommunikationsberater*innen zu arbeiten. Meine Kunden berate ich schon immer und dies wird auch so bleiben, jedoch ist diese Dienstleistung Teil meiner Übersetzungen.

Akzeptanz: der KI in bestimmten Bereichen das Feld überlassen

Akzeptanz heißt für mich als Übersetzerin, der KI bei standardisierten Sätzen und Kilometerware das Feld zu überlassen. Wie jedes künstliche Produkt kann KI jedoch nicht mit vom Menschen erschaffenen Texten mithalten. KI limitiert die Fantasie und Kreativität der Menschen, die sie immer wieder nutzen.

Für mich als Übersetzerin ist es nötig, die Entwicklung von KI zu begreifen, zu wissen, wie KI funktioniert und wo ihre Grenzen sind. Nur so wird es mir gelingen, meine Übersetzungsdienstleistungen weiter zu verkaufen. Ich sehe mich dabei als Hüterin von Sprache, als handwerklich arbeitende Sprachmittlerin, die authentische und nicht künstliche Texte liefert. Dazu gehört auch, meine Kunden dahingehend zu beraten, welche Dienstleistung für sie am besten ist.

Anders über die eigene Dienstleistung kommunizieren

Mich anpassen und nicht aufgeben impliziert, mein Savoir-faire und meine Einzigartigkeit auf Social Media, in meinem Portfolio und in der Kommunikation über meine Tätigkeit hervorzuheben – als Sprachmittlerin, die Nationen verbindet und über Grenzen hinweghilft.

Dazu gehört, mich zu diversifizieren, zu beraten, transparent zu sein und hochwertige Arbeit abzuliefern. Wichtig wird auch und vor allem sein, die Ansprüche meiner Kunden zu kennen. Um Sprache zu bewahren, möchte ich künftig für eine anspruchsvolle Kundschaft arbeiten, der Authentizität wichtig ist. Kunden, die Feinheiten und subtile Noten Standardisierung und KI vorziehen. Kunden, die Wert darauflegen, dass jedes Wort passt und die nicht bereit sind, in meinen Spezialgebieten Kompromisse einzugehen.

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Andrea Halbritter

Andrea Halbritter ist Germanistin mit 2. Staatsexamen und vom Netzwerk Leichte Sprache e. V. zertifiziert. Sie erstellt Texte in Leichter und Einfacher Sprache für NS-Gedenkstätten, Museen, politische Parteien und Gesundheitsbehörden. In den Sprachrichtungen Französisch-Deutsch und Englisch-Deutsch übersetzt Andrea vor allem im Bereich Wein.

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